Zitat des Tages (02) – Ruth Klüger | Zerreißproben – ein besonderes Gedicht

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Ruth Klüger: Zerreißproben

Ruth Klüger | Zerreißproben

Erde behütet und Erde beschwert,
Wasser ertränkt, Wasserstoff nährt,
Luft ist das Nichts und ein All.
Schwankend zwischen den Gegensätzen
lernten wir die haltlosen Frühlinge schätzen –
Ewigen Sommer gab’s nur vor dem Fall.

Die zwei Waagschalen Pech oder Glück
kontrolliert weiß Gott welche Hand.
Noahs Taube kam nie zurück,
denn sie fand kein trockenes Land. –
Das Zeug, aus dem die Träume sind,
hält eher stand.

Zerreißproben       Das Gedicht handelt von den Widersprüchen der Wirklichkeit, die man nur mit Hilfe von Träumen lösen kann. Es hinterfragt eine der schönsten und zurecht eine der beliebtesten Geschichten der hebräischen Bibel, nämlich die vom Ende der Sintflut, wo Noah die Taube in die überschwemmte Welt ausschickt, und siehe, sie kehrt prompt mit grünem Laub im Schnabel zurück. Ich dachte, die hat Glück gehabt, sie hätte sich ebenso verirren können – sicher gab’s damals mehr Wasser als festen Boden. Dann wäre sie nicht der Vogel, der triumphierend zur Versöhnung von Mensch und Natur beitrug und über die Jahrhunderte hinweg zum Friedenssymbol wurde, sondern ein verängstigtes Tier, das draußen blieb.

Ruth Klüger:  Zerreißproben; kommentierte Gedichte. Wien, Paul Zsolny Verlag 2013, S. 114-115

 

Ruth Klüger | Leben und Werk

Leben       Ruth Klüger wurde am 30. Oktober 1931 in Wien geboren und lebt heute als Literaturwisschenschaftlerin und Autorin in Kalifornien. Zusammen mit Ihrer Mutter wurde sie von den Nazis in die Konzentrationslager  Theresienstadt, Auschwitz und Christianstadt deportiert. Kurz vor Kriegsende gelang ihr die Flucht. 1947 emigrierte sie in die USA, wo sie in New York Bibliothekswissenschaften und in Berkeley  Germanistik studierte. Sie lehrte als Professorin unter anderem von 1980 bis 1986 in Princeton und hat später verschiedene Gastprofessuren in Deutschland angenommen. Bis heute lebt sie in Kalifornien.

Werk       Bekannt geworden ist Ruth Klüger in Deutschland besonders durch Ihr autobiographisches Buch Ruth Klüger: weiter leben – Eine Jugend, das zuerst 1992 im Wallstein Verlag erschien. Der Verlag schreibt dazu treffend: “»weiter leben« ist kein Holocaust-Buch, das ein weiteres Mal das Grauen der KZs vor Augen bringt. Hier wird nicht das brutale Detail geschildert, sondern es werden die Auswirkungen des Erlebten auf die Entwicklung eines Menschen beschrieben und reflektiert. Erinnerung und Bewältigung zweifacher Rechtlosigkeit – als Jüdin und als Frau – sind zentrale Anliegen dieses Buches.”
Im Zsolnay Verlag erschien dann 2008 der zweite Teil der Autobiographie unterwegs verloren – Erinnerungen.

Keinesfalls vergessen darf man, dass Ruth Klüger sich, als Frau, als Autorin und auch als Wissenschaftlerin immer auch als Feministin begreift. Und zwar als eine, die sich völlig zurecht mit der heute weit verbreiteten postfeministischen Position, die annimmt, der Feminismus würde nicht mehr gebraucht, ganz und gar nicht einverstanden erklärt. Auch dazu hat sie publiziert. Die beiden wichtigsten Bücher sind die unter dem Titel Frauen lesen anders, 1996 im dtv veröffentlichten Essays und das 2010 im Zsolnay Verlag erschienene Aufsatz- und Besprechungsband Was Frauen Schreiben. In beiden Büchern verbindet Sie die Themen Literatur und Feminismus.

Über die oben genannten, wohl bekanntesten Titel hinaus, publizierte Ruth Klüger  als renommierte Literaturwisschenschaftlerin zahlreiche literaturwisschenschaftliche Bücher und Aufsätze, bis in die 80er Jahre auch als Ruth K. Angress (sie war in den 50er Jahren mit dem Historiker Werner Angress verheiratet).

 

Erste notwendige Abschweifung | Woher
Woher       Dass ich überhaupt auf diesen aussergewöhnlichen Gedichtband und damit auch  auf das titelgebende und oben zitierte Gedicht gestossen bin, liegt – wieder einmal – an Maras Wunderblog Buzzaldrins Bücher. Dort hat sie im Januar 2014 eine sehr kluge  Besprechung von Zerreißproben gepostet. Das  Buch habe ich mir daraufhin sofort gekauft und die Gedichte und die Kommentare gelesen. Ich war sehr fasziniert, bin es immer noch – und habe mir vorgenommen, irgendwann bald unbedingt was dazu hier auf saobp zu posten. Nun ja, es hat dann doch satte 18 Monate gedauert, aber heute ist eben der Tag. – Dank also wieder einmal an Mara, die auf ihrem Blog übrigens bereits 2012 eine sehr lesenswerte Besprechung zu Klügers oben erwähnten Band Was Frauen schreiben veröffentlicht hat.

 

Zweite notwendige Abschweifung | Warum & Weshalb
Warum       Weil ich fasziniert war und bin ich von diesen Gedichten, die grossenteils mit wenigen Worten eindringlich ihre Kindheit und Jugend, d.h., auch die Zeit in den KZs verhandeln. Fasziniert und zu manchem Aha-Erlebnis verholfen haben aber auch und besonders die Kommentare der Autorin. Ich kenne sonst keine Gedicht-Publikation, zu der die Dichterin derart die Kommentare und Hintergründe gleich mitliefert. Das ist aussergewöhnlich und gewagt – aber überaus gelungen. Und Klüger liefert die Begründung für ihr aussergewöhnliches Vorgehen im Buch gleich mit. Sie schreibt da im Vorwort:

Schließlich fragte ich mich, aus welche, eigentlich nicht recht einzusehenden Grund wir davor zurückscheuen, die eigenen Verse selbst zu deuten, obwohl die Verfasser ja die einzigen sind, von denen die Leser mit Sicherheit annehmen dürfen, dass sie sich etwas gedacht oder zumindest geahnt haben.
Dieses Tabu möchte ich nun brechen.   …   Ich möchte Gedichte vorstellen, die etwas mit meinem Leben zu tun hatten, und sagen, was es war. Oft war es etwas, was ich verdrängen wollte und das sich nicht verdrängen ließ. Manchmal verstand ich es erst später. als das Gedicht fertig dastand, manches blieb undeutlich. Das brachte mich darauf zu erkennen, dass Gedichte, wie Träume, eine Möglichkeit sind, die sich das Freudsche Es vorbehält, um sich Luft zu verschaffen. Die Kommentare handeln von dem, was ich weiß, und dem, was ich glaube zu wissen.

Ruth Klüger:  Zerreißproben; kommentierte Gedichte. Wien, Paul Zsolny Verlag 2013, S. 9

Weshalb       nun genau dieses Gedicht, könnte man sich fragen. Na ja, da fallen wir dann eben doch wieder in den Bereich der persönlichen Interpretation zurück, die eben auch vom Rezipienten und dessen momentaner Verfasstheit abhängig ist. Und die befindet sich momentan, sowohl was den Blick auf die Welt als auch auf das eigene Ich (oder war es das Es) betrifft in einem Zustand, der die Idee dankbar aufnimmt, dass Gedichte, wie Träume, eine Möglichkeit sind, die sich das Freudsche Es vorbehält, um sich Luft zu verschaffen.” Luft zum Leben und zum Überleben. – Im übrigen habe ich zum Thema Gedicht-Rezeption und Interpretation einen ellenlangen Kommentar auf Maras Blog hinterlassen. Ihr findet ihn hier (ziemich weit runterscrollen, da taucht er dann auf).

 

Dritte notwendige, sehr spezielle Abschweifung für Über das Schreiben von Geschichten wg B.C.
Liebe Jutta, so eine Abschweifung hatte ich auch noch nicht im Programm!  Aber ich glaube tatsächlich, auch hier – und ich beziehe mich insbesondere auf die letzten drei, vier Sätze des letzten grossen Zitats unter der zweiten Abschweifung – lässt sich wieder der Bogen spannen zu Boris Cyrulniks autobiographischen Text zur Resilienzforschung. Es ist manchmal einfach irre (im nicht-R.G.schen Sinne…).

 

LINKS

Auf verlassenem Spielplatz wirbelt der Sand. Besprechung Zerreißproben HIER auf Fixpoetry, 20.02.2014

Das Gegenbild zu den Berserkern. Besprechung Zerreißproben HIER auf FAZ online, 01.10.2013

Gespräch mit Ruth Klüger über Zerreißproben HIER in der Badischen Zeitung online vom 10.09.2013

Bio- und Bibliografie zu Ruth Klüger HIER auf der Homepage von FemBio | Frauen.Biographieforschung

 

Peter Altenberg | Übers Schreiben

Porträt Peter Altenberg  - von Gustav Jagerspacher, 1909.  This image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired.

Porträt Peter Altenberg – von Gustav Jagerspacher, 1909.
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Peter Altenberg – Übers Schreiben

Wie schreibe ich denn?!
Ganz frei, ganz ohne Bedenken. Nie weiß ich mein Thema vorher, nie denke ich nach. Ich nehme Papier und schreibe. Sogar den Titel schreibe ich so hin und hoffe, es wird sich schon etwas machen, was mit dem Titel in Zusammenhang steht. Man muß sich auf sich verlassen, sich nicht Gewalt antun, sich entsetzlich frei ausleben lassen, hinfliegen -. Was dabei herauskommt, ist sicher das, was tief in mir war. Kommt nichts heraus, so war eben nichts wirklich und tief darin und das macht dann auch nichts.

Zitiert aus: Peter Altenberg: Im Nachtcafé, Wien, metroverlag, 2008, S. 123, ursprünglich aus einem Brief Altenbergs an Arthur Schnitzler:
Peter Altenberg: Brief an Arthur Schnitzler (1894). In: Gotthart Wunberg (Hrsg.): Die Wiener Moderne. Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910. Reclam, Stuttgart 2000)

 

Steckbrief Peter Altenberg
Geboren als Richard Engländer am 9.3.1859 in Wien
Gestorben am 8.1.1919 ebenda
Dazwischen kürzere und längere Aufenthalte
– an zwei Universitäten (Wien und Graz, Medizin und Jura, beides abgebrochen)
– in einer Stuttgarter Buchhandlung (Hofbuchhandlung Julis Weise, Buchhändlerlehre, abgebrochen)
– in diversen Wiener Cafés (Café Griensteidl, Café Central etc., LesenLebenSchreibenLiebenTrinkenRedenSchauen)
– in verschiedenen Wiener Irrenanstalten (Alkoholentzug etc.).
Ausgeübter Beruf: Bohemien
Aktueller Wohnsitz: Wiener Zentralfriedhof

 

Erste notwendige Abschweifung – Warum dieser Text?
Weil ich heute Morgen auf dem Blog Über das Schreiben von Geschichten von Jutta Reichelt einen sehr interessanten kurzen Text mit dem Titel  Meine Geschichte(n) schreibe ich selbst! gefunden habe, der mich stante pede an diesen Text von Peter Altenberg erinnert hat. Den wiederum hatte ich just heute Nacht aus schlechtschlaftechnischen Gründen gelesen – genauer gesagt habe ich das ganze Büchlein (s.0.) aus diesen Gründe gelesen.
Zwar sind die Ansätze von Jutta Reichelt und Peter Altenberg im Grunde nicht vergleichbar, denn bei Altenbergs Schreiben handelt es sich um ausschliesslich kurze bis sehr kurze Miniaturen aus seinem Wiener Café- und Bohemien-Alltag zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, bei Jutta Reichert handelt sich umerfundene und eigene (Lebens-)Geschichten und Romane, aber es gibt in Ihrem Text einen kurzen Satz, der auf beider Schreiben zutrifft. Dieser Satz lautet: “Ich lasse mir nicht (mehr) reinreden!” – und ist sozusagen das Missing Link zwischen beiden Texten.

 

Zweite notwendige Abschweifung – Wieso überhaupt Peter Altenberg?
An Peter Altenberg, dessen Miniaturen ich während meines Germanistikstudiums und im Rahmen meiner gewackelten Karl Kraus-Lektüre kennen und lieben gelernt und dann irgendwann irgendwie ‘vergessen’ habe, wurde ich Anfang des Monats durch den Blog Sätze & Schätze  erinnert. Birgit nämlich, die Betreiberin des Blogs, hatte dort die schöne Miniatur Im Hofgarten gepostet, versehen mit ein paar wunderbar luftigen Fotos zur Illustration der Geschichte. Für mich der Anlass, sofort n die Regale zu gehen um nach meinen alten Altenberg-Ausgaben zu suchen. das führte zu der schmerzenden Erkenntnis, dass ich die Bändchen wohl bei dem einen oder anderen Umzug verloren haben muss. Sehr sehr ärgerlich das! Jedenfalls habe ich mir gleich den o.g. Band ‘Nachtcafé’ bestellen müssen und dann wisst Ihr ja, wie es weiterging.

 

Dritte, nicht unbedingt notwendige Abschweifung – So schreibe ich
Mein Schreiben, dies hier auf dem Blog aber auch das für mich selbst, entsteht fast immer aus solchen Assoziationen, die mir kommen, wenn ich einen für mich interessierenden Input habe, wenn ich etwas interessantes ich lese oder eben auch, wenn ich mit meiner besseren Hälfte oder mit Freunden rede – aber auch, wenn ich mich kommentierender Weise mit anderen Bloggern  austausche. Ich nenne es die ‘Vom-Hölzchen-auf-Stöckchen-Methode’. Die ist nicht wirklich systematisch – und so gesehen schliesst sich hier der Kreis, denn da fühle ich mich der Methode Altenberg doch ein wenig nahe. Auch wenn der auf diese Art viel schönere, poetischere, literarischere Texte erschaffen hat. Weshalb ich ihn bewundere.

 

LINKS
Peter Altenberg, Biografie – AustriaForum – Biografie Peter Altenberg 
Peter Altenberg, kleine Biografie in eigenen Texten – Kunst und Kultur in Wien
Leben und Werk von Peter Altenberg – Projekt Gutenberg – Peter Altenberg
Todesanzeige Peter Altenberg in der Wiener Allgemeinen Zeitung vom 8. Januar 1919 – Österreichische Nationalbibliothek, Zeitungsarchiv
Karl Kraus’ Gedicht ‘Peter Altenberg’ – Projekt Gutenberg – Karl Kraus: Peter Altenberg
Café Griensteidl, Wien – Homepage
Café Central, Wien – Homepage
Wiener Zentralfriedhof – Homepage
Metroverlag, Wien – Homepage

Nicolas Born – Abonnement | Gedicht zur derzeitigen Befindlichkeit

 

Born - Gedichte 1967-1978

Born – Gedichte 1967-1978

Abonnement

Viel passiert zwischen meinen paar Wänden
manches habe ich unter Putz gelegt.
Die Zeitungen bringen Unruhe und Hitze herein
halb ohnmächtig krieche ich durch die Nachrichten.
          Gerädert von Todesarten, gefüllt mit Suppe
mach ich mich fit für die Nachtausgabe
dazu gehört ein Gang durch die Umgebung.
          Vom Lesen und Blättern wund und schwarz
hat es mir wenig genützt
täglich für Groschen
die Lügen der Welt zu kaufen
          Ich bin abonniert
auf Stapel von Unglück und Revolution
Berichte von der Gartenschau machen mich befangen.

Nicolas Born: Gedichte 1967 – 1978, Reinbek, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1981, S. 16.
urspr. veröffentlicht in: Nicolas Born: Marktlage, Köln, Kiepenheuer & Witsch, 1967

Erste notwendige Abschweifung
Wenn ich mir all die digitalen Quellen, die ich heutzutage wie besinnungslos nutze, um mich vermeintlich zu informieren, wenn ich mir also vorstelle, all diese Quellen wären richtige, gedruckte Zeitungen, dann beschreibt Nicolas Born in seinem bereits 1967 erschienen Gedicht genau den Zustand, in dem ich mich als Rezipient all dieser Wahrheiten derzeit so häufig befinde. Ob das anderen auch so geht?

Zweite notwendige Abschweifung – über Nicolas Born
Nicolas Born (eigentlich Klaus Jürgen Born) wurde am am 31. Dezember 1937 in Duisburg geboren und starb am 7. Dezember 1979 in seinem Hus in Breese in der Marsch (bei Dannenberg, Landkreis Lüchow-Dannenberg) an Lungenkrebs.
Er veröffentlichte seit Mitte der 60er Jahre Gedichte, Aufsätze und Romane. In seinem literarischen Umfeld findet man Autoren wie F.C. Delius, Rolf Haufs, Hermann Peter Piwitt, R.D. Brinkmann, Jürgen Theobaldy, H.C. Buch, Günter Grass und andere damals neue ‘realistische Dichter’. Beeinflusst war er vom Werk Ernst Meisters, mit dessen Unterstützung er 1965 ins LCB Literarische Kolloquium Berlin Aufnahme fand. Ein wichtiger Mentor war auch Dieter Wellershoff, der damalige Lektor vom Verlag Kiepenheuer & Witsch.
Für mich waren und sind seine frühen Gedichtbände wichtig, in denen er zeigte, dass Ästhetik und politisches Gedicht durchaus zusammengehen können, wie Alltag poetisch und realistisch beschrieben werden kann.
Bekannt wurde Born auch durch seine Romane ‘Die erdabgewandte Seite der Geschichte’ und ‘Die Fälschung’, der erst 1979 nach seinem Tode veröffentlicht wurde. ‘Die Fälschung’ wurde von Volker Schlöndorff 1981 mit Bruno Ganz als Reporter Gregor Laschen und Hanna Schygulla in der Rolle seiner Frau verfilmt. Gerade dieser Roman erscheint, auch im Zusammenhang mit dem zitierten Gedicht und der Darstellung von Nachrichten/Informationen ganz aktuell und ist absolut zur Lektüre empfohlen.

 

Dritte notwendige Abschweifung – Herkunft + Definition: Zeitung
          1) seit der Zeit um 1300 ist zīdunge „Botschaft, Nachricht“ belegt, das auf mittelniederdeutsch/mittelniederländisch tīdinge „Nachricht“ zurückgeht.
Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2, Stichwort: „Zeitung“.

2) Zeitungf. , ein zuerst im gebiet der kölnisch-flämischen handelssphäre in der form zîdinge, zîdunge begegnendes wort, das aus diesem grunde als ein lehnwort aus mnd., mnld. tîdinge, f., botschaft, nachricht angesehen wird. die grundbedeutung folgt aus dem verhältnis des ags. tídung, f., nachricht (noch in ne. tidings, plur., nachrichtzu dem ags. verbum tídan sich ereignen, so dasz z. also ursprünglich so viel wie ‘bericht von einem ereignis‘ besagt. 
Deutsches Wörterbuch der Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm, online auf wörterbuchnetz.de , recherchiert und gefunden am 7. Juli 2015

          3) Zeitung: Medienprodukt aus der Gruppe der Print­medien. Wesensmerkmale von Zeitungen sind die Periodizität (regelmäßige, fort­gesetzte Erscheinungsweise), die Publizität (Ansprache der breiten Öffent­lichkeit), die Aktualität (tägliche/ wöchent­liche Nachrichtenübermittlung) und die Universalität (keine thematische Ein­schränkung).
Gabler Wirtschaftslexikon online , recherchiert und gefunden am 7. Juli 2015

 

LINKS
Homepage zu Nicolas Born – betreut von seiner Frau Irmgard und seiner jüngsten Tochter Katharina.
Nicolas Born auf Wikipedia – sehr gut als Kurzinfo mit weiterführenden Links