Gekotzter Hund

Dass ich nun unter dieser seltsamen Überschrift, die übrigens nichts mit chinesischer Küche zu tun hat, nach über 3 Jahren diesen Blog doch noch reaktiviere ist dem vielfachen Wunsch einer einzelnen Person geschuldet, die sich tatsächlich für den oben erwähnten GEKOTZTEN HUND interessierte und mich ernsthaft aufgefordert hat, aus diesem meinem Blog doch einen Rezepte-Blog zu machen.

Also erstens kommt das natürlich gar nicht in Frage, denn dafür gibt es zuviele andere interessante Themen, zu denen ich mich immer schon gerne mal unqualifiziert aber mit großer Empathie äussern wollte (und es in den letzten 3 Jahren trotzdem gelassen habe).

Und zweitens ist der GEKOTZTE HUND tatsächlich der Name eines ausgesprochen leckeren Resteessens, dass ich am vorletzten Sonntag zu Ehren des BVB und der satten Niederlage von Herrn Röttgen bei einer politischen Veranstaltung in NRW und nach ziemlich 10 Jahren Anlaufzeit endlich mal gemacht habe – und hier gibt es heute das Rezept für den GEKOTZTEN HUND.

Wie gesagt, Gekotzter Hund ist ein Resteessen und man macht das am besten, wenn man an einem der Tage davor eine lecker Suppe mit richtig Suppenfleisch mit Knochen und Suppengemüse gemacht hat.

Das Suppenfleisch ist am Ende der Suppenkochung dann so richtig schön mürbe und ausserdem mit dem Geschmack des Suppengemüses versehen und lässt sich wunderbar verwenden.

Also, man braucht:

– das mürbe Suppenfleisch
– 1 normale Zwiebel, fein gewürfelt
– Salz
– Pfeffer
– Muskat (frisch gerieben, Menge nach Geschmack, ich mag es kräftig gemuskatnusst)
– 1 Esslöffel Mehl
– ein paar gehackte Liebstöckelblätter
– 1 TL ganze klitzekleine Kapern ungehackt (natürlich nur, wer Kapern mag)

Außerdem braucht man noch zwei bis vier (je nach Fleischmenge) ziemlich dünn, aber knusprig ausgebackene, herzhafte Pfannkuchen (da brauch ich kein Rezept hinschreiben, das wisst Ihr selber – und bei uns macht es eh die Iris) und das sieht so aus:

Pfannkuchen 1

und schließlich so

Pfannkuchen 2

Dann sind die Dinger perfekt und man muss sie nur noch aus der Pfanne holen und auf Küchenkrepp legen, damit das Fett bisschen rausgezogen wird.

Jetzt zur Füllung:

– Suppenfleisch vom Knochen trennen, evt. Fett und Zeux wegschneiden, von den Sehnen befreien und fein schneiden (so in etwa Zwiebelwürfelgrösse)
– kleingeschnittenes Fleisch zusammen mit der gehackten Zwiebel fein pürieren
– Kapern unter die Masse mischen
– salzen und pfeffern nach Geschmack
– ordentlich Muskatnuss drüberreiben und gut untermischen

So sieht das dann aus

Masse

und nun könnt Ihr Euch vielleicht auch so langsam den Namen erklären, jedenfalls, wenn man ihn umdreht und das ‚ge‘ in gekotzt weglässt…

Jetzt die ganze Masse in die Pfanne mit erhitztem Olivenöl (oder z.B. Rapsöl) geben, bisschen flach drücken, mit einem TL Mehl bestäuben, untermischen und dann drei bis vier Minuten in der Pfanne braten

Masse anbraten

Nach 3 – 4 Minuten wieder aus der Pfanne nehmen.
Wichtig: Die Masse muss geschmeidig bleiben. Das Mehl ist bloss dafür da, dass die Masse besser bindet.

Nun kommt das schönste an der ganzen Sache: Man legt einen der noch warmen Pfannkuchen auf eine glatte Fläche und bestreicht ihn komplett mit der köstlichen Masse, etwa so,

verstreichen

sodass am Ende alles zwar recht dünn aber gleichmässig quasi vollgekotzt ist.
Dann rollt man das Ding einfach schön eng auf,

einrollen

macht dasselbe auch noch mit den anderen Pfannkuchen, bis die Masse alle ist und dann werden die Pfannkuchenrollen in ca. 3 cm große Stücke geschnitten, etwa so

in Röllchen schneiden

Jetzt wieder ein wenig Öl in die Pfanne, schön heiß machen und die ganzen Röllekes anbraten, und zwar immer auf den Schnittstellen.

braten

Die sollen ruhig schön kross werden und das natürlich von beiden Seiten. Wenn Ihr meint, dass die Dinger gut ausehen, dann direktemang servieren und aufessen:

servieren und essen

Als Beilage ist alles mögliche denkbar, z.B. ein leckeres Kartoffel-Sellerie-Pürree – oder wenn man sie einfach so essen will passt auch ein bisschen lecker mit Kräutern und Zitrone angemachte Sour Cream.

So, jetzt wisst Ihr, was es mit dem gekotzten Hund auf sich hat. Rein etymologisch gesehen bin ich allerdings nicht wirklich weitergekommen. Meine Mutter, von der ich das Rezept habe, weiß nur, dass mein Vater immer sehr großen Spass an dem Namen hatte und diesen wiederum von seinem Vater kannte, der ebensoviel Spass dran hatte, am Namen und am Essen.
Bestimmt gibt es das in vielen Landstrichen in der einen oder anderen Form als Resteessen. Für mich ist und bleibt es aber GEKOTZTER HUND (muss mal überlegen, ob ich den Blog nicht umtaufen soll).

Die hübschen Fotos sind übrigens alle von meiner persönlichen Food-Fotografin namens Iris Kerpen!

Das war es für heute, mal sehen, wie lange jetzt die Pause bis zum nächsten Beitrag wird

sagt der stolze, alte Opa Kai

7 Antworten zu “Gekotzter Hund

  1. derverstecktepoet

    Als Koch-erfahrener Genussmensch, entschuldigen die meine Direktheit, sieht das Gericht aus wie es benannt ist.
    Aber ich wünsche dennoch gutes speisen.

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  2. Ich warte auf neue Artikel lieber Kai. Wann schreibst Du uns Neues? Liebe Grüße aus Wahnheide.

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  3. Mmh lecker, herzhafte Palatschinkenröllchen. Nur der Weg dort hin klingt mühsam und etwas fies – wie so manches andere im Leben auch;-)

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