Fünf Lieblingsbücher – EINS

Ich hab schon als Kind viel gelesen und eigentlich so ziemlich alles, was ich irgendwie bekommen konnte. Ich erinnere mich an wunderbare Zeiten mit den Jungs von Burg Schreckenstein, mit den Fünf (!) Freunden, jawohl, auch mit Hanni und Nanni (alle fünf (!) Bände, die meine Schwester damals besass habe ich gelesen), ich las mit Begeisterung einen Kinderroman mit dem Titel ‚Ein Haus für Piepmaus‘. Was vergessen? Die Masse, natürlich Pippi Langstrumpf und die ganzen Bullerbüereien. Und dann bin ich ins Wohnzimmer vorgedrungen und habe mir die ganzen Goldmann-TB-Bände, die meine Mutter im Regal über ihrer Schreibmaschine stehen hatte vorgenommen. Darunter vor allem diese wunderbar kitschigen Neuseeland-Romane von einer damals bei uns im Wohnzimmer weltberühmten Mary Scott. Außerdem gab es noch so ne Menge Jahreschroniken, von denen ich heute noch genau weiß, wie sie aussahen und wie sie sich anfühlten.

SJG-Rock Lexikon

SJG-Rock Lexikon

Aber irgendwann kam ich dann doch noch in die Pubertät, begann mich für Musik zu interessieren und las am liebsten Musikzeitschriften wie die gute alte Sounds. Und im Zuge dieser Leidenschaft für Musik tätigte ich dann eines Tages im Jahr 1976 einen meiner folgenschwersten Buchkäufe. Und das war es dann, das Rock-Lexikon, zuerst 1973 herausgegeben von Sigfried Schmidt-Joos und Barry Graves. In der zweiten, altualisierten und erweiterten (ganz wichtig) Auflage.

Das Buch habe ich dann in den nächsten Monaten inhaliert und, tja, ich glaube aus Versehen auwendig gelernt. Jedenfalls erschloss sich mir dadurch eine ganze Welt – und in der lebe ich heute immer noch. Und natürlich habe ich das Ding immer noch im Regal stehen. Neben der letzten, aktualisierten Neuauflage von weiß ich grad nicht. Und das ist heilig!

So, das war also die absolute Nummer Eins meinerr Fünf Bücher, schaun mer mal, was als nächstes kommt… aber das erst demnächst wieder in diesem Theater

sagt der Ohne-Haiku-Kai und hängt aus gegebenem Anlass gleich noch ein altes Geschreibsel hier für Euch an:

too old to rock´n´roll

 das Leben als Erdnuß
fettfrei geröstet in Öl
keine Risse, nein
Risse solln nicht sein
im Leben
too young to die

im Spiegel
hinter dieser Theke allen Lebens
lauter Leute
und Geschichten
im Sitzen erzählt

Miles Davis
sagt ein Thekensteher
Miles Davis war ja auch bloß
ein Blender
mit roter Trompete

einer von denen an der Theke
einer von denen schreibt was auf
der glotzt – ja der
saugt alles in sich rein.

Whatever you want
whatever you like
bieten jetzt die großen Boxen an
und darauf einen Schluck Wein.

Miles Davis
sagt wieder der Typ
Miles Davis hatte ne Nasenscheidewand
aus Gold der hat sich das Hirn
rausgekokst

 

die Kellnerin mit nem Tablett
wie auf dem Oktoberfest
und nochen Pils ej
wieso die dem das Bier nicht
über den Kopf schüttet

Miles Davis lebt
mild mannered supermen
are held in kryptonite
carpet crawlers allesamt

und ich lebe auch noch

so leicht kriegt ihr mich nicht tot
got to get in to get out
to get in

keine Risse nein
alles ein
Riß

kind of blue

2 Antworten zu “Fünf Lieblingsbücher – EINS

  1. Pingback: Apocalypse now! oder: RettetDieBücher! | skyaboveoldblueplace

  2. Schöne Idee, da werden Erinnerungen wach: als ich mit Hanni und Nanni tauschen wollte, 4 Freunde suchte und einen Detektivclub gründete und als ich Winnetoes Blutsbruder (nicht -Schwester) werden wollte🙂

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