Fünf Lieblingsbücher – ZWEI

Philip Roth | Goodbye Columbus

Philip Roth | Goodbye Columbus

Einer der Schriftsteller, die ich besonders mag und von denen ich tatsächlich fast alles gelesen habe ist der Amerikaner Philip Roth. Auf den bin ich in meinem Anglistik-Studium gestoßen und so gesehen war das dann auch schon nicht ganz umsonst.

In Philip Roth’s meist autobiografisch geprägten Büchern geht es immer um Alles. Um die Existenz (ok, bei wem nicht, könnte man jetzt fragen), um die Liebe, um Verrat. Und meistens auch um das jüdisch sein, oft um den jüdischen Selbsthass des jeweiligen Protagonisten. Bei Teilen der jüdischen Gemeinde Amerikas war er deshalb sehr umstritten, teilweise absurderweise bis zum Antisemitismus-Verdacht. Insbesondere nach seinem ersten großen Erfolg, seinem dritten Roman Portnoy’s Complaint. Darin gibt die Titelfigur Alexander Portnoy  seinem Psychiater einen umfassenden, schonungslosen, zuweilen äußerst komischen Bericht über sein soziales und sexuelles, von dauerhaften jüdischen Schuldgefühlen geprägtes Leben. Hier findet sich eine Rezension von Jürgen Becker aus dem Jahr 1970, dem Erscheinungsjahr der deutschen Ausgabe des Buches. Erschienen übrigens im Spiegel, einem heute bedeutungslos boulevardesk gewordenen, damals aber noch wirklich aufklärerischen und konstruktiv polarisierenden politischen Magazin.

Portnoy ist sozusagen die erste Blaupause für Roths‘ Alter Ego. In weiteren (ich glaube insgesamt sechs) Romanen übernimmt ein gewisser Nathan Zuckerman dann diese Rolle.

Würden Sie bitte mal meine Brille halten…“ Brenda geht, nachdem sie so etwas gesagt hat, bis ans Ende des Sprungbretts, schaut ins Schwimmbecken, und das Buch kann beginnen.

So beginnt also das zweite meiner Fünf Lieblingsbücher, der Kurzroman Goodbye Columbus. Es ist der erste Roman Roths‘ und wurde 1959 zusammen mit 5 Kurzgeschichten veröffentlicht und es geht um eine große erste Liebe, die am Ende doch zerbricht.

Das Buch ist in meinen Augen im Gegensatz zu fast allen nachfolgenden Roth-Büchern auf eine luftige, leichte, bisweilen ironische Art geschrieben und transportiert so diese komisch-tragische Sommerliebe von Neil und Brenda, den beiden jungen Hauptfiguren, auf das allerlesbarste. Alle weiter oben genannten Themen sind schon drin, es ist eine extrem intensive Geschichte, und ich habe sie geliebt. Ich kann es jedenfalls jedem, der gute, gut geschriebene Geschichten mag nur ans Herz legen.

2010 gab es übrigens eine Neuauflage des Buches in neuer Übersetzung und dazu eine sehr lesenswerte Rezension in der Frankfurter Rundschau selig.

Eine Antwort zu “Fünf Lieblingsbücher – ZWEI

  1. Mir hattest Du Goodbye Columbus auch schon mal ans Herz gelegt und, folgsam wie ich nunmal bin, hab ichs dann auch gleich gelesen – alles wie Du sagst: eine schöne Geschichte trotzdem sie auch ein wenig tragisch ist, seuftz….Jetzt bin ich aber mal gespannt auf das nächste Lieblingsbuch🙂 – wann kommt es denn? (*tippeltippel*)

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