Bücher und Hunde

Blogstöckchen – was für ein seltsames Wort – sind so eine Art Kettenbriefe, die Menschen auf Ihren Blogs auswerfen mit dem Ziel, dass andere Menschen sie auffangen und reagieren. Genauer gesagt handelt es sich dabei um Fragen, bei den literarischen Blogs in erster Linie natürlich um literarische, die dann die oder der Empfänger beantworten soll – um am Ende den Kettenbrief bzw. das Blogstöckchen möglichst jemand anderem zuzuwerfen.

Kettenbriefe aka Blogstöckchen sind mir extrem suspekt, weshalb ich mich auch bisher nie daran beteiligt habe. Aber nun hat Claudia vom Grauen Sofa vor einiger Zeit ein Stöckchen geworfen, perfider weise gleich an zwei BlogbetreiberInnen, nämlich an Mara von buzzaldrin und an meiner einen. Ich ahnte ob der Fragen auch gleich, wieso, denn wir Beworfenen sind beide bekennende Hunde- und Literaturliebhaber (das klingt ja man doll) – und prompt fühle ich mich angesprochen und falle drauf rein… also versuche ich mich mal am Stöckchenspiel.

Stop, stop, so schnell gehts dann doch nicht los. Was mir nämlich auch immer sehr suspekt war an diesen Blogstöckchen:  dass man sie so schlecht visualisieren kann.

Blogstöckchen mit EngelIch habe deshalb hier und jetzt beschlossen, dass dieser scheinbar so unscheinbare Zauberstab, den unsere kleine Nichte Anna neulichst  aus dem hinterm Haus liegenden Wald mitgebracht hat, und den wir seitdem von unserem Engel beschützen lassen, mein Blogstöckchen ist.

So, jetzt geht es los, und die erste Frage lautete ganz literarisch:

Seit wann und warum Hunde?
Quasi schon seit hunderttausenden von Jahren haben die Familien meiner Eltern Hunde gehabt. Die Antwort auf das Warum scheint mir eher psychologischer Natur zu sein und am Ende kommt dabei just a bunch of clichées heraus, genau wie bei der Beantwortung der elenden Frage, warum keine Katze…

Bera mit Doris und Wolfgang

Hier sieht man zum Beispiel meine Mutter zusammen mit ihrem Bruder und der properen Schäferhündin Bera im Garten des Hauses meiner Oma Berlin in der steglitzer Schütte-Lanz-Strasse. Im Hintergrund sieht man übrigens das Otto-Lilienthal-Denkmal, den Fliegerberg. Ich schrub an anderer Stelle schon einmal darüber.

Und damit ihr seht, wie fit Bera war, zeige ich Euch auch noch das zweite Foto von ihr.

Bera springt

Im Sprung erwischt. Tolles Foto, finde ich. Hat wahrscheinlich der Opa Berlin mit der dann anderen Frau gemacht. Na, war er doch noch zu was nütze, der alte Edmund.

Der Hund war danach erstmal weg,  aber es wurde uns versichert, dass Bera immer wieder kam.

Aber nicht nur die Familie meiner Mutter hatte Hunde, auch die Eltern meines Vaters konnten nicht anders. Und so kam es dann eines

Helmut mit zwei HundenTages zu diesem Bild, auf dem Ihr neben meinem sehr jungen Vater noch die Foxterrier Bingo und seinen Vater Pit sehen könnt. Wer da jetzt welcher ist, kann ich leider nicht sagen, und möglicherweise ist mein Vater hier gar nicht mein Vater, sondern sein Bruder (so ist das, wenn man niemanden mehr fragen kann), aber die Gesamtsicht ist doch einfach bezaubernd, oder?

.

Oma Aachen und BingoUnd damit zwischen den Familien auch alles gerecht aufgeteilt ist, zeige ich Euch hier auch noch ein Bildchen mit Bingo und meiner Oma Aachen. Ich vermute, dass das Bild in Aachen aufgenommen wurde, bin mir aber nicht sicher.

Man beachte jedenfalls diese zierliche Handtasche und passend dazu das Kapott-Hütchen. Ohne das ging die Oma Aachen in meiner Erinnerung nie aus dem Haus.

Wir, also meine Schwester und ich, wollten dann irgendwann auch einen Hund haben und tatsächlich kamen die Eltern von einem geheimnisvollen Holland-Ausflug mit einem klitzekleinen Etwas von einem Rauhaarteckelwelpen um die Ecke.

CupiEr hatte von der niederländischen Züchterin den schönen Namen Cupido bekommen. Wir nannten ihn meist nur Cupi – und Cupi war vom ersten Eintreten an Herrscher im Haus. Außerdem war er ein veritabler Jagdteckel, was für uns ein Problem darstellte, denn es gab bei uns zu Hause keinerlei Jäger. Nun ja, bei diversen Waldspaziergängen hat Cupi uns dann gezeigt, wie das geht. Und manchmal musste man ihn, weil feststeckend, aus irgendeinem Fuchsbau rausziehen, wobei man es dann mit einen extrem verdreckten, glücklichen und aufgeregten, kaum zu bändigenden Hund zu tun hatte. Cupi war  eben ein ganzer Kerl…

Pelleund PollyViel später, unser Vater war lange gestorben und Cupi in die ewigen Jagdgründe eingegangen, haben wir unsere Mutter überredet, sich doch wieder einen Hund anzuschaffen. Nach einigem Zögern hat sie das auch getan – und es musste natürlich wieder ein Rauhaar sein. Dieses mal hieß er Pelle. Und anders als gedacht stellte sich der kleine Pelle dann als Zwergrauhaar heraus. Ein süsser Kerl, leider sehr ängstlich und stets darauf bedacht, ganz in der Nähe seines Frauchens zu sein. Was schnell dazu führte, dass er zum ersten Aachener Hund mit Chauffeuse wurde. Die Chauffeuse war unsere Mutter, die ihm seinen Lieblingsplatz auf der Rückbank des Autos stets frei hielt. Auf diesem Foto übrigens sieht man ihn traut zusammenliegen mit Polly. Und Polly war nun die erste Hündin, die ich gekauft habe. Angeblich, weil unsere Tochter unbedingt einen Hund haben wollte. Was soll ich sagen, ich habe das nicht ungern unterstützt.

PollyDie kleine Polly war aus einem Wurf von 8 oder 10 kleinen Welpen aus dem Hohenlohischen. Vater und Mutter waren Mischlinge, denen man ansah, dass sie einer aparten Mischung aus Bordercollie und Dackel (sic!) entstammten. Das Ergebnis war ein langgestreckter, tiefergelegter, dackelartiger Bordercollie-Mischling mit extrem eigenen Ansichten darüber, wie das Hundeleben zu sein hatte und was ihre Menschen so zu tun hatten.

Polly wurde 14 Jahre und sie wurde mein ganz persönlicher Hund, denn irgendwie waren wir charakterlich anscheinend ähnlich – aber vor allem hat sie mir, nach diversen Chemotherapie und vor allem nach der KMT immer wieder das Laufen beigebracht – mit einer Engelsgeduld, die sie im normalen Pollyleben eher nicht hatte.

Iris und PollyMeine Tochter und meine Hündin waren quasi die mehr oder weniger zweifelhafte ‚Mitgift‘, die ich in meine zweite Ehe mit meiner wunderbaren dbH (deutlich bessere Hälfte) eingebracht habe. Zweifelhaft aus Sicht meiner dbH vor allem die Hündin, denn die best Lebensmenschin von allen  hatte eine veritable Hundephobie. Nun, die Polly, ihr ahnt es schon, war ein wahres Wundertier und hat diese Phobie im Handumdrehen in eine große Liebe verwandelt – und das Herrchen in mir mal wieder sowas von unterstützt.

Polly war ein absoluter Wasserhund. Sie hat immer, IMMER! den Tümpel oder das Wasser- oder Schlammloch gefunden, von dem noch keiner ahnte, dass es das überhaupt gibt. Und hat sich dann mit Wonne hineingestürzt, und zwar in jede Brühe jeglicher Couleur. Meerurlaub war das größte für sie, und ich glaube, man kann das an den Bildern hier unten auch ganz gut erkennen.

Polly schleicht ins Meer

Da schlappt sie ins Wasser und denkt, wir haben es nicht bemerkt.

mm Polly in der Welle

Und wenn man schon mal drin ist, dann kann man ja auch ein bisschen Wellenreiten.

a  Polly, paniert

Eine ordentlich panierter und sehr zufriedene Hündin ist am Ende das Resultat,

H Polly-Ohr

und wenn man dann unter grossem Protest endlich wieder sauber und trocken gerieben worden ist, konnte man auch noch Kunststückchen mit den Schlappohren anstellen. Eine Wundertüte eben.

Leider hat sie dann mit 14 Jahren Leukämie bekommen und darunter eine kurze Zeit lang sehr gelitten – und wir mit ihr. Aber dann ist sie, zu unserem großem Glück im Unglück, in unseren Armen gestorben und wir haben sie im Garten unter ihrem Lieblingslavendel begraben.

typisch IndiIch wollte dann erstmal keinen Hund mehr – aber meine früher so hundephobiebehaftetete dbH hat es nicht lange ohne Hündin ausgehalten und ständig diese Webseiten von Tierheimen und Hunderettungsvereinen besurft.  Nun ja, und eines Tages war sie dann da, die kleine, verschmuste India. Eine kleine Spanierin, damals ca. 6 Jahre alt und der verfressenste kleine Hund, dem ich jemals begegnet bin. Natürlich hat sie meine dbH (und mich auch, ok,ok) ziemlich schnell mit ihrem ganzen Foxterrier(sic!)mischlings-charme um den Finger, ach, was sag ich, um beide Hände gewickelt und sie macht uns dabei nun schon seit fast 8 Jahren große Freude.

India beschnüffelt einen Igel

Sie ist nicht nur sehr verfressen, sondern auch sehr neugierig. Nicht nur Igel finden grosses Interesse, sondern durchaus auch mal ein

Indi riecht da was

Fläschchen Bier oder ein wenig Petersilie. Am liebsten liegt sie sehr bequem

Indi aufm Teppich

auf einem dicken Teppich oder noch weicheren Unterlagen, und das

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Meer mag sie auch, wenn auch aus einer gewissen Distanz. Denn was sie gar nicht mag, ist Wasser von oben, von der Seite oder von unten. Sie ist ein ausgesprochen eigenwilliges Wesen, das die schöne Angewohnheit hat, fast nie zu bellen – tatsächlich hat es 6 Wochen gedauert, bis wir zum ersten mal ihre Stimme gehört haben. Sie verträgt sich mit allen gut, am besten mit den Menschen, von denen sie ein Leckerchen erwarten kann. Hunde müssen schon ein bisschen größer sein, sonst werden sie ignoriert und links liegengelassen. Das gab schon manch lange Hundegesichter bei Begegnungen mit spielwilligen Kolleginnen und Kollegen. Inzwischen ist sie auch schon fast 13 Jahre und wir hoffen, dass sie noch eine ganze Weile bei uns bleibt und das Leben geniesst. Denn das ist sie, eine richtige Genusshündin…

So, möglicherweise hat die eine oder der andere Leser schon bemerkt, dass ich das Blogstöckchen eigentlich bloß aufgehoben habe, um endlich mal was über unsere Hunde zu schreiben. Damit es aber nicht ganz so offensichtlich ist, werde ich die beiden weiteren Fragen auch noch beantworten, wenn auch deutlich kürzer…

Die zweite Frage also lautete

Gibt es Lieblingsbücher? Oder: Wie entscheidet sich, welches Buch du als nächstes liest?
Klar gibt es Lieblingsbücher, aber das sind im Laufe der Jahre so viele geworden, dass sie hier nicht alle erwähnt werden können. Auf die berühmte Insel würde ich aber vielleicht diese hier mitnehmen:

Lawrence Sterne: Tristram Shandy
Samuel Pepys: Die Tagebücher (die Gesamtausgabe, nicht niur die Auszüge)
Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe
Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands
Robert M.Pirsig: Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten
Jack Kerouac: On the road
Max Frisch: Tagebuch 1946-1949
Uwe Johnson: Jahrestage + Ingrid Babendererde
Heinrich Böll: Das Irische Tagebuch

und aus der jüngeren und jüngsten Lesevergangenheit
Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels
Sun-Mi Hwang: Das Huhn, das vom Fliegen träumte
Ruth Klüger: Zerreißproben
Wolfgang Herrndorf:  Arbeit und Struktur
Elisabeth de Waal: Donnerstags bei Kanakis
Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen
Johan Harstad: Buzz Aldrin – wo warst Du in all dem Durcheinander

Es könnten gut und gerne noch 100 Bücher mehr auf der Liste sein, aber so eine Insel ist ja klein.

Den zweiten Teil der Frage kann ich nicht homogen beantworten: ich habe den Eindruck, dass die Bücher, die ich lesen will, das selber entschieden. Will sagen, lese ich ein gutes Buch, bekomme ich fast immer wieder Anregungen für zwei oder drei weitere. Das ist eine Art Perpetuum Mobile, das nicht stoppt. Außerdem lese ich seit einiger Zeit diese wunderbaren Literaturblogs, denen ich schon viele gute Anregungen verdanke. Ich lese Feuilletons (doch doch, liebe Kulturjournalisten, wir lesen Euch ja AUCH noch) – und immer wieder anregend ist es, in den Buchläden meines Vertrauens zu stöbern, also neuerdings bei den Gebrüdern Remmel in Siegburg und schon eine Weile in der Buchhandlung am Markt in Hennef (puh, hab ich die auch noch erwähnt), die neuerdings noch ein zweites, wollenes Standbein hat (und damit eigentlich die ideale Buchhandlung für Claudia vom Grauen Sofa, die ja sowieso an allem Schuld ist).

Na endlich isser fertig, denkt Ihr jetzt? Pustekuchen, es kommt ja noch die letzte Frage:

Der ideale Fernwehort für ein eigenes Ferienhäuschen?

Arnis - SchleiperleDas ist allerdings einfach und schnell zu beantworten – und sicher kann man es schon an manchen der Bilder oben erkennen: Natürlich an der Ostsee Richtung Dänemark. Die Schlei-Gegend wäre auch wunderbar. Oder Arnis, Maasholm, Kappeln, Eckernförde, Laboe, vielleicht. Wasser muss da sein und viel Gegend. Landschaft für die Seele mit ordentlich Wind und Wetter.

Soooo, meine Lieben, Glückwunsch, Ihr habt es tatsächlich bis zum Ende geschafft. Ein Blogstöckchen werde ich jetzt nicht weiterwerfen, Ihr seht ja hier selbst, wozu das führt, aber ich muss zugeben, am Ende hat es doch Spaß gemacht, so eine kleine Abschweifung an die andere zu reihen – ob das jetzt im Blogstöckchensinne war oder nicht sei dahin gestellt.

18 Antworten zu “Bücher und Hunde

  1. Pingback: Apocalypse now! oder: RettetDieBücher! | skyaboveoldblueplace

  2. Herrlich! Mit Blogstöckchen hab ich es nicht so und Hunde gehören eigentlich auch nicht zu meinen favorite subjects, aber wie du hier vom Höxchen aufs Stöckchen kommst, ist sehr unterhaltsam!🙂

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    • Liebe Maren,
      für diese Von-Hölzchen-auf-Stöckchen-Methode werd ich glaub ich bei manchen schon gefürchtet. Meine Beiträge mäandern dann so vor sich hin und neigen dazu, auszuufern, obwohl ih schon immer nur die Hälfte dessen veröffentliche, was ich so vor mich hin assoziiere.
      Umso schöner, wenn die Schrunden
      als unterhaltsam mal empfunden…
      Hat mich sehr gefreut!
      Liebe Grüße, Kai

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  3. „Panierter Hund“ – klasse. Und: Tolle Buchauswahl für die Insel. Mit Euch möchte ich allerdings auf keiner Insel notlanden – wir hätten fast dieselben Bücher im Gepäck. Übrigens geht eine meiner Leserinnen auch immer zu den Remmels – vielleicht habt ihr euch da schon getroffen, ohne euch zu kennen. Das finde ich immer die schönen Zufälle, die das Leben so schreibt. Viele Grüße, Birgit

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    • Liebe Birgit,
      das ist ja lustig mit den Remmels. Ist aber auch eine wirklich tolle, sehr persönliche Buchhandlung. Ich habe sie leider erst vor ein paar Monaten entdeckt, ein Besuch lohnt sich immer.
      Zu der Buchauswahl,: danke für die Blumen – und auf ner einsamen Insel soll man ja auch einsam sein…
      Die Polly war übrigens eine sehr häufig panierte Hündin, und der Sand ist noch eine der angenehmeren Panaden gewesen. Die Schlammlochpanade beispielsweise trug sie auch mit großem Stolz…
      Liebe Grüße, Kai

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  4. Pingback: Sonntagsleserin KW #14 – 2014 | buchpost

  5. den pirsig hab ich versucht & versucht… vielleicht geb ich ihm deinetwegen noch mal ’ne chance🙂 was mochtest du daran?

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    • Liebe rocknroulette,
      das ist eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage, denn ich habe das Buch zum allerersten Mal mit 19 oder 20 gelesen, also etwa 1979/80. Ich habe es damals in erster Linie gelesen als ein Buch über eine Reise eines Vaters mit seinem Sohn – und mein Verhältnis zu meinem Vater war damals kein gutes. Also, das war ein Thema für mich.
      Im Buch wird ja eine Motorradreise quer durch die USA von einem Vater (dem Autor) mit seinem 8-jährigen Sohn Chris erzählt. Gleichzeitig stellt der Autor, ein Philosophieprofessor, in diesem Buch aber auch quasi die Grundpfeiler seiner Weltanschauung dar – und an sinnstiftenden Lebensmodellen ist man ja mit 19 ganz besonders interessiert.
      Wichtig ist außerdem der Untertitel, der heißt ‘Ein Versuch über Werte’, und genau darum geht es in diesem Buch.
      Darüber hinaus war das natürlich für mich persönlich eine Zeit, in der es um persönliche Freiheit, den eigenen Weg finden, Nonkonformismus ging, und auch darum geht es in dem Buch. Parallel dazu oder vielleicht sogar davor habe ich damals Sachen gelesen wie Steppenwolf und besonders Siddharta von Hermann Hesse.
      All das spielte eine Rolle – und ganz sicher noch die zeitlichen Umstände, in denen ich aufging, also AKW nein danke, der Nato-Doppelbeschluss, natürlich war ich (bin ich noch) friedensbewegt und erprobte mich auf den ersten Demos.
      Und da kam dieses Buch für mich gerade recht und ich erinnere mich daran, wie ich es mit heißen Ohren gelesen habe und fast auf jeder Seite ungefähr jede zweite Zeile unterstrichen habe. Um bloß eines rauszunehmen:

      “In allen fernöstlichen Religionen wir der Sanskrit-Formel tat tvam asi, “Du bist das”, große Bedeutung beigemessen; sie besagt, daß alles, was man zu sein glaubt, und alles, was man wahrzunehmen glaubt, ungeteilt ist. Sich dieser Ungeteiltheit voll bewußt werden heißt Erleuchtung erlangen.”

      Naja, das hat bei mir immer noch nicht geklappt, aber ich bemühe mich. Jedenfalls hat mich das Buch damals fasziniert und es war einfach wichtig. Wenn Du so willst eine Art Hilfe zur Selbstfindung, und ich glaube gar nicht, dass das jeder auch so empfinden muss oder kann.
      Literarisch ist das Buch auch nicht wirklich der Hit, es gibt sicher begnadete Erzähler, als Pirsig, mich hat es damals sehr bewegt – und beim Wiederlesen war das wieder so, wenn auch, auf einer ganz anderen Ebene.

      HIer
      http://wfelix.org/pirsig1.html
      kann man übrigens das komplette Buch online lesen. Das Interessante daran ist aber die Vorbemerkung von Pirsig selbst, in der er den Erfolg, den das Buch damals hatte, zu erklären versucht – und ich finde mich da durchaus abgebildet.

      Und hIer
      http://www.amleto.de/zitate/zpirsig.htm
      gibt es eine Seite mit gesammelten Zitaten aus dem Buch. Da hat sich einer die Mühe gemacht, alle sein (oder ihre) Lieblingszitate zusammen- und ins Netz zu stellen. Meins von oben habe ich natürlich auch sofort wiedergefunden…

      So, liebe rocknroulette, ob das jetzt zielführend bzw. Deine Frage beantwortend war, ist mir an dieser Stelle auch nicht ganz klar. Auf jeden Fall weißt Du jetzt, warum die Antwort so lange auf sich habt warten lassen. Das ging einfach nicht in drei Zeilen.

      Liebe Grüße, Kai

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  6. Toller Beitrag!!!!!

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  7. Ach, wie schön, dass du das Stöckchen aufgehoben hast. Diesen Beitrag habe ich besonders gern gelesen. Und ich hätte auch noch drei Stunden weitergelesen. Und das, obwohl ich keinen Hund habe. Also, vielen Dank und LG Anna

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    • Liebe Anna,
      das freut mich sehr. Ich hätte auch noch ne Weile weiter schreiben können, aber das sah so schon so so masslos lang aus. Und wenn ich erst einmal anfange, von Hölzchen auf Stöckchen (ah, das isses wieder) zu kommen, da bleibt Euch keine Ausschweifung erspart.
      Liebe Grüße, Kai

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  8. Ja, ein Hund kann Hundephobiker von ihrer Phobie heilen. Es kommt natürlich auch sehr auf den Hund an.

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  9. Lieber Kai,
    ich nehme gerne alle Schuld auf mich – vor allem, wenn so ein toller Beitrag dabei herauskommt, der mir einfach von Anfang bis zum Ende ein ganz breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Deine schöne, ausführliche, bebilderte und auch noch tief in die Familienhistorie hineinwirkende Antwort auf die Hundefrage: ein Gedicht! Und wie gut so ein Hund in niederschmetternd traurigen Momenten des Lebens sein kann, das haben wir auch schon erlebt, als mein Mann sehr krank war, mit ganz viel Rückenschmerzen nur krumm und verdreht auf dem Boden liegen konnte und kein Arzt der Welt auch nur die Ahnung einer Diagnose hatte. Da passte ein quierliger Welpe gut mit auf den Boden, er wunderte sich zwar über den großen unbeweglichen Kumpel, brachte uns alle aber ständig zum Lachen, wenn er zum Beispiel dem Vorbild der Katze folgte und neben ihr auf der Fensterbank saß, um mit ihr aus dem Fenster zu schauen (das ging nicht lange gut, er wuchs zu schnell). Vielleicht folgt Mara ja nun Deinem Beispiel und erbarmt sich auch noch des Blogstöckchens.
    Und der Hinweis auf den wunderbaren Buchwollladen in Hennef finde ich ganz toll, das wäre ja meine Idee für ein Geschäft – und dann noch mit einem kleinen Café dabei.
    Wie schön also, dass Du das Blogstöckchen nicht nur aufgefangen und nun auch physisch im Garten stehen hast, sondern Dich seiner auch noch angenommen hast!!!
    Viele Grüße, Claudia

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    • Liebe Claudia,
      das freut mich ungemeinst, dass Dir der Beitrag gefallen hat. Hat aber dann auch wirklich Spaß gemacht, ihn zu schreiben und die Bilder auszusuchen und am Ende bin ich dann doch dankbar dafür, dass Dein Stöckchen mich zum Schreiben angeregt hat.
      Dein Mann, hoffe ich, liegt inzwischen wieder schmerzfrei mit dem Hund auf dem Boden – aber das ist es eben, die lassen einen einfach auf gute Gedanken kommen…
      India lässt übrigens auch schön grüßen und lässt fragen, wie es sich denn eigentlich bei Euch mit der Versorgungslage verhält, ob Ihr Euren Hund auch so kurz halten würdet wie…. also Augenblick mal, das ist ja wohl…
      Liebe Grüße, Kai

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  10. Nun muss ich, als sowas von restlos geheilter ex-Hundephobikerin, hier mal unbedingt sagen, wie gut mir das StückchenStöckchen gefällt! Das Foto mit Oma Aachen drauf: klasse! „Hütchen Schühchen Täschchen passend…“ Und ja, so ein Hundeglück in seinem Leben zu haben ist schon etwas ganz Besonderes ; schnell weiß man gar nicht mehr, wie es ohne gehen soll…hätt ich im Leben nicht gedacht. DANKE POLLY!!!!
    Naja, und die Liste mit Deinen Lieblingsbüchern scheint mir doch recht lückenhaft…zuuuu klein dürfte die Insel in der Tat nicht sein – zumal ja gewiss auch noch das ein oder andere digital auf kompakten Scheiben gespeicherte Musikstück mit soll, oder?

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    • na da kann ich mich nur für die Blumen bedanken – und für so viel anderes noch. Übrigens, ist Dir bei Oma AC auch noch der unvermeidliche Pelzmantel aufgefallen? Das war vielleicht ein Mottengeruch, als man den dann doch mal entsorgen musste…

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