Leben – Liebe – Literatur

Am 7. Juni habe ich hier unter dem Titel ‚Birlikte – Zusammenstehen‘ zum letzten mal etwas mit buchstäblich letzter Kraft geposted. Nun ist das auch schon wieder mehr als 2 Wochen her, in denen ich nicht nur nix schreiben, sondern auch keine Kommentare oder Beiträge von anderen Blogs lesen geschweige denn kommentieren konnte.

Das ist mal wieder der verflixten Gesundheit geschuldet, die sich bei mir als ein äusserst labiles Gebilde beschreiben lässt. Heute jedenfalls, 2 akute Nierenversagen, 1 akutes Leberversagen und einem dazugehörigen Aufenthalt auf einer Intensivstation später, möchte ich mal wieder den Versuch machen, mich zurückzumelden.

LEBEN

Es gibt mich also immer noch, auch wenn die Existenzfrage eine immer wuchtigere und akutere wird. Und wieder habe ich Hoffnung, noch einmal für eine Weile in einigermassen lebenswerter Form davonzukommen. Inzwischen mit noch grösseren körperlichen Einschränkungen und Abhängigkeiten.

LIEBE

Dass ich noch nicht aufgegeben habe hängt mit meiner doch ziemlich ausgeprägten Lust am Leben, meinem phantastischen Netzwerk von Familie und Freunden (mal wieder ein riesengrosses Dankeschön an alle, die Ihr immer und so treu und zuverlässig für mich und Iris da seid) und an der unglaublichen Kraft und Liebe meiner Iris zusammen. – So, bevor es zu rührselig wird an dieser Stelle erstmal genug zum Thema.

Ich hoffe nun, dass ich in absehbarer Zeit und in vorhersehbar unvorhersehbaren Abständen an dieser Stelle auch mal wieder etwas über Literatur von mir geben kann, denn auch der Literatur gilt nach wie vor meine Liebe – und da ich tatsächlich seit einigen Tagen wieder in der Lage bin, zu Lesen, möchte ich auch gleich damit anfangen.

LITERATUR

Ruth Ozeki: „Geschichte für den Augenblick“, dt. von Tobias Schnettler, S. Fischer, 560 S., 19,99 Euro. E-Book: 17,99 Euro.

Cover - Ozeki - GeschichteDie ‚Geschichte für einen Augenblick‘ von Ruth Ozeki habe ich mir sofort nach Maras Besprechung bei buzzaldrins besorgt. Das Buch ist ein echtes Brikett von 560 Seiten, mit vielen Fussnoten (insbesondere japanische Erklärungen und Übersetzungen betreffend) und mehreren Anhängen.

Vor  zwei Tagen, als Kopf und Körper es wieder zuliessen habe ich damit angefangen. Der Text nimmt einen sofort gefangen, und auch wenn ich für meine Verhältnisse nur kleine Portionen hintereinander lesen kann, bin ich nun schon auf Seite 200 – und freue mich jedes mal wieder, wenn ich es schaffe, weiterzulesen.

Das Buch hat zwei Erzählebenen (eigentlich noch ein paar mehr, jeweils innerhalb einer Ebene). Auf der einen Seite des Pazifiks erzählt die Protagonistin Naoko Yasutani, eine 16-jährige Schülerin in ihrem Tagebuch von ihrem unglücklichen Leben mit ihrer unglücklichen Familie in Tokio, auf der anderen Seite – und buchstäblich auch auf der anderen Seite des Pazifiks – können wir der Finderin des Tagebuches, der Autorin Ruth, die grade grosse Probleme hat, ihre Autobiographie abzuschliessen, beim Herantasten und Lesen dieses Tagebuches zusehen.

Ruth lebt auf der anderen Seite, nämlich auf einer kleinen Insel vor Kanada in einem noch kleineren Ort namens Whaletown. Dort hat sie, bei einem morgendlichen Strandspaziergang, eine Plastiktüte in einer Plastiktüte in einer Plastiktüte gefunden, durch die es rot schimmerte. Das rote stellt sich als das Tagebuch des Mädchens Naoko Yasutani heraus, in dem diese Naoko ihren Selbstmord ankündigt – und dessen Geschichte fasziniert Ruth nach anfänglichem Zögern bei der Lektüre immer mehr – und lenkt sie von ihrem vorläufigen Scheitern am Memoiren-Projekt ab.

Naoko wiederum, die 16-jährige aus Tokio, ist tatsächlich im kalifornischen Sunyvale aufgewachsen, als Tochter japanischer Eltern. Der Vater, ein Programmierer aus Tokio bekam einst von einer amerikanischen Firma ein lukratives Job-Angebot und wanderte samt Familie dorthin aus. Als die Firma während der Dotcom-Blase pleite geht und der Vater seinen Job verliert, muss die Kleinfamilie wieder zurück nach Tokio – eine Stadt, die für die sich als Amerikanerin fühlende Naoko in jeder Hinsicht fremd ist und fremd bleibt. Die Situation verschlimmert sich schliesslich dadurch, dass der Vater keinen Job mehr findet und als depressiver und selbstmordgefährdeter Hikikomori (verkürzt etwa: Stubenhocker) seine Tage nur noch zu Hause verbringt.

Das ist in etwa die Situation von Naoko und Ruth, das Buch spielt, von Ruths Ebene aus betrachtet etwa ein Jahr nach dem Tsunami.

Schliesslich gibt es noch eine dritte Protagonistin, Naokos 104-jährige Grossmutter und buddhistische  Nonne Jiko, die die beiden anderen, man könnte sagen im Traum und in der Wirklichkeit zusammenführt. Für mich scheint Jiko die eigentliche Hauptperson in dieser Geschichte zu werden, aber, soweit bin ich nicht nicht…

Es ist eine Geschichte um Sein und Zeit – und um einen Eindruck vom ganzen Buch zu bekommen, sollte man unbedingt Maras eindrückliche Besprechung lesen. Darüber hinaus gibt es noch einige schöne, ebenfalls lesenswerte Besprechungen, die ich am Ende bei den Links vermerke.

Man lernt in diesem Buch eine Menge über Japan, insbesondere über das gnadenlose Schulsystem dort, über Mobbing unter japanischen Schülern – Naoko wird in ihrer Klasse als Fremdling extrem gemobbt – über Selbstmord und seine Stellung und Funktion in der japanischen Gesellschaft.

Man erfährt eine Menge über den Tsunami und seine Auswirkungen, über Krähen und Raben und andere Naturerscheinungen in Whaletown – und nicht zuletzt über die riesigen Müllteppiche in den Meeren und ihre verheerenden Auswirkungen.

Am Ende meines Posts möchte ich den Anfang zitieren, den Anfang des Buches:

Ein ewiger Buddha sagt:

Es gibt die Zeit, auf dem höchsten Gipfel zu stehen.
Es gibt die Zeit, auf den Grund des Ozeans zu gehen.
Es gibt die Zeit der drei Köpfe und der acht Arme.
Es gibt die Zeit des sechzehn oder acht Fuss (hohen goldenen Körpers).
Es gibt die Zeit des Wanderstocks und des Wedels.
Es gibt die Zeit der Säule und der Steinlaterne.
Es gibt die Zeit des dritten Sohns des Zhang und des vierten Sohns des Li (etwa: von Hinz und Kunz)
Und es gibt die Zeit der grossen Erde und des Raums. 

Dogen Zenji, „Die Sein-Zeit“

Für mich, den mich die ersten beiden und die letzte Zeile besonders angesprochen haben, habe ich, um mir diesen Roman ein bisschen anzueignen, dieses hier draus gemacht:

als konsequenz
im jetzt leben 

aber was ist
jetzt 

jetzt ist immer
grade 

also immer
schon vorbei 

gibt es also nur
vergangenheit?

gibt es also nur
zukunft?

vergangenheit?
vorbei

zukunft?
noch nicht hier

SEIN ZEIT

So, nun werde ich mal weiterlesen und sehen, was da für mich noch drin steht. Eine endgültige Besprechung wird es von mir vermutlich nicht geben, dafür sei noch einmal dringend aufs Maras Beitrag hingewiesen. Bei der Gelegenheit, Mara, ein grosser Dank an Dich für diesen grossartigen Buchtip!

Und allen, die ihn noch nicht gelesen haben eine fette Empfehlung, dieses grossartige Buch nicht zu verpassen. Es könnte alles so schnell gehen…

DIE LINKS

BuzzaldrinS (Mars Besprechung) >>> der Link

masuko13 – auch eine ausgesprochen lesenswerte Besprechung  >>> der Link

Japanische Literatur – auch hier gibt es eine lesenswerte (Kurz-)Besprechung, aber auch, wenn man sich, wie ich, im durch die Lektüre dieses Buches mehr für Japan und japanische Literatur interessiert, scheint mir diese Seite eine echte Fundgrube zu sein >>> der Link

Kölner Stadt-Anzeiger vom 6.3.2014 – sehr ausführliche Besprechung >>> der Link

Hundertvierzehn. Das literarische Online-Magazin des S.Fischer Verlages – auch hier eine verlagsseitig natürlich positive, aber durchaus interessante Besprechung >>> der Link

S.Fischer Verlag – Homepage des Buches mitsamt Leseprobe, die man als PDF runterlasen kann >>> der Link

 

NACHTRAG

Diesen Text habe ich vor drei Tagen im Krankenhaus geschrieben. Seit heute morgen bin ich nun endlich wieder zu Hause (jawoll!!!) und tatsächlich habe ich in den letzten drei Tagen neben den Untersuchungen und viel Ausruhen nichts anderes getan, als dieses Buch zu lesen. Und gestern war der Text endgültig aus – leider. Im Laufe der Lektüre passieren noch so viele verrückte, traurige, lustige und vor allem des Nachdenkens werte Dinge, so dass ich nur sagen kann, das Buch wird immer besser – lest dieses Buch. Jiko übrigens, die 104-jährige Großmutter, die als buddhistische Nonne in einem Kloster wohnt und neben großer Weisheit auch einen ganz handfesten Sinn fürs Leben ihr eigen nennt, ist für mich am Ende tatsächlich die faszinierende Haupt-Haupt-Person des Buches. – Für mich gehört die Geschichte für einen Augenblick von Ruth Ozeki schon jetzt zu den Lieblingsbüchern, mindestens diesen Jahres. Vielleicht würde es Euch ja auch so gehen…

44 Antworten zu “Leben – Liebe – Literatur

  1. Pingback: Leseratte | Mensch lebt nur einmal 2.0

  2. Hallo Kai, jetzt habe ich gleich (Ausnutzen der „Gunst“ von Vodafone) mal wieder auf deiner Originalseite nachgeschaut und alle Kommentare zu dem Buch gelesen. Da ich gerade meine Zeit mit einem Buch verplempert habe, dass ich spätestens nach 100 Seiten hätte weglegen sollen, habe ich jetzt richtig Lust auf dieses Buch bekommen. – Mal sehen, ob ich es morgen in der Bibliothek bekomme. – Na gut, von der 104jährigen Großmutter trennt mich noch eine Generation, aber mal sehen, ob ich mir von ihr was „abgucken“ kann.
    Dein Hund und du – ihr habt ein ähnliches Profil und die gleiche Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr. Für mich einer der „lustigsten“ Gravatare hier in Bloggersdorf.
    Ich glaube, ich muss wieder ins Bett zurück, um den unterbrochenen Nachtschlaf fortzusetzen.
    Mit lieben Grüßen von Clara aus Berlins Süden

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    • Liebe Clara,
      nun hoffe ich erstmal, dass Du noch ein bisschen Nachtschlaf abbekommen hast, verbunden mit der nachdrücklichen Empfehlung für das Buch von Ruth Ozeki. Ich glaube übrigens, dass man ganz unabhängig von Alter, Geschlecht oder sonstigen Merkmalen aus dem Buch, wenn man möchte und sich drauf einlässt, eine Menge für sich mitnehmen kann. Und vermutlich wird es bei jedem etwas anderes sein.
      Übrigens danke für das Kompliment fürs Gravatar-Bild. Es ist ein, finde ich, gelungener Schnappschuss, den meine dbH (deutlich bessere Hälfte) gemacht hat – von ihr sind im übrigen fast alle guten Fotos auf dem Blog. Die weniger gelungenen habe ich gemacht…. Wir fahren übrigens noch nicht, die Hündin ist nur schon in freudiger Erwartung…
      Liebe Grüsse, Kai

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  3. So, ich habe es ausgelesen und kann mich der Empfehlung nur anschließen. Das Buch hat das, was ich mag: unterschiedliche Charaktere, die an einander, an sich selbst und an den Umständen wachsen. Menschen, die grundverschieden sind und sich annähern. Nennt mich ruhig harmoniesüchtig, zur Zeit brauche ich das anscheinend.

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    • Liebe Trippmadam,
      Es freut mich sehr, dass Dir das Buch gefallen hat – und was Du beschreibst ist ja wirklich auch eine große Qualität dieses Buches, die sehr unterschiedlichen Charaktere, die dann doch auf einer Ebene zusammenkommen. Ach ja, und so viel Harmonie auf dem Weg dahin ist ja auch nicht. Wie auch immer, ich finde nicht, Saddam sich dafür entschuldigen muss, solange das Harmoniebedürfnis nicht die eigene Wahrnehmung einlullt.
      Liebe Grüsse, Kai

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  4. Pingback: Vielleicht komm ich ja mal dazu…. | Mensch lebt nur einmal 2.0

  5. Die Geschichte hat mich nun neugierig gemacht….. leider ist mein Stapel ungelesener Bücher schon so immens, aber das Buch kommt ganz sicher noch dazu und wird auch gelesen

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  6. Guten Morgen, Kai!
    Ich versuche auch immer im Heute und im Augenblick zu leben. Manchmal ist das etwas schwer, gerade, wenn ein Aufenthalt im Krankenhaus ansteht, was bei mir in den letzten 2 Jahren seltener vorkam.
    Wir, die Menschen im allgemeinen, Kranke besonders, haben ja auch nur zwei Möglichkeiten:
    Im Augenblick zu leben oder sich hinlegen und Abschied vom Leben zu nehmen.
    Solange ich in diesen Lebens-Augenblicken Freude, Neugier und Wissensdurst spüre, möchte ich leben.
    Ich sage mir nie, was nicht geht, ich sage mir immer was ich alles noch kann. Ich habe ein Hirnaneurysma, hatte 2008 eine schwere Gehirnblutung und lebe jeden Tag mit den Folgen dieser Gehirnblutung und dem Wissen um das Aneurysma.
    Wie du weisst, beschäftige ich mich mit dem Tod. Das gehört aber zum Leben dazu.
    Deine Buchempfehlung habe ich auf meine Wunschliste übernommen.
    Ich freue mich, es irgendwann zu lesen.
    Einen schönen Sonntag und gute Besserung wünscht dir Susanne

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  7. Hallo Kai, was ich selten (sprich nie) tue ist, mich von Literaturblogs einlullen zu lassen, was es wert wäre zu lesen.
    Hiermit ist es mir heute anders ergangen und ich hab das Buch spontan für den Kindle gekauft, so dass ich nächste Woche auf meiner Reise von der Schweiz nach München was zu lesen habe.
    Obwohl ich befürchte, es könnte mir zu kompliziert-verkopft sein, werde ich es versuchen. Die Themen und der Tiefgang reizt mich.

    Liebe Grüße und beste Wünsche für weitere geborgte Lebenszeit – oder so
    Marion

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    • Liebe Marion,
      zunächst einmal Herzlich Willkommen auf meinem Blog, der Dich auf keinen Fall einlullen möchte… Es freut mich, das Du hierher gefunden hast. Ebenso freut es mich natürlich sehr, dass Du für dieses Buch eine Ausnahme machst, es ist in meinen Augen wirklich ein sehr lesenswertes. Verkopft finde ich es eigentlich nicht, man muss sich natürlich in die verschiedenen Erzählperspektiven einlesen, aber dadurch, dass die immer durch Kapitel getrennt sind fiel mir das eigentlich leicht. Das ist, was die Lesefreundlichkeit betrifft in meinen Augen übrigens auch noch ein, wenn auch bloß formaler, Vorteil dieses Buches, nämlich dass es in viele, recht kurze Kapitel und Unterkapitel gegliedert ist.
      Danke für die Grüße und die Guten Wünsche, die kann ich sehr gut brauchen!
      Liebe Grüße, Kai

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      • Lieber Kai,

        natürlich wollte ich nicht andeuten, dass du deine Leser einlullen möchtest. Diese Ausdrucksweise sagt mehr über mich selbst aus, nämlich dass es mir gerade in dem, was ich geistig aufnehme, wichtig ist, unabhängig zu sein, was damit zu tun hat, dass ich bei den ZJ aufgewachsen bin und diese Freiheit erst mal nicht zu haben schien.

        Nun, vielleicht werde ich nochmal eine Rückmeldung geben, wenn ich das Buch gelesen habe. Im Moment hab ich grad noch keinen Kopf dafür, aber das wird kommen. Was du über die Lesefreundlichkeit des Buches sagst, spricht mich an.

        Bist du schon länger krank? Ich hab diesbezüglich nur gelesen, was du oben geschrieben hast und kenne dich ja noch nicht, darum diese Frage. Wenn du an der Stelle darauf eingehen magst.

        Liebe Grüße
        Marion

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        • Hallo Kai,

          ein Monat später und das Buch gestern so gut wie ausgelesen (die Anhänge noch nicht ganz). Es wars wert – danke für den Tipp!

          Anfangs tat ich mich ein bisschen schwer, rein zu kommen. Aber je weiter ich las, umso mehr hat es mich gepackt und rein gezogen. Ein ganz besonders Buch, für das ich vielleicht noch irgendwann eine Ausnahme mache: Es noch einmal zu lesen. Was ich in der Regel nicht tue.

          Ein spannendes, intelligentes, weises Buch, das genug Inhalt hat, um ihn auf dem zweiten Weg zu vertiefen.

          Wie gehts dir?

          Liebe Grüße
          Marion

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        • Hallo Marion,

          das freut mich sehr, dass Dir das Buch dann doch so nachhaltig gefallen hat, dass Du es sogar noch ein zweites Mal lesen wirst. Ich glaube, das werde ich auch tun, allerdings mit ein bisschen Abstand. Es wird sich auf jeden Fall lohnen, es steckst so viel darin.

          Zu Deiner Frage: danke, im Moment bin ich echt zufrieden. Ich bekomme gut Luft, meinen Wasserhaushalt halte ich so leidlich in der Balance und wir spielen noch ein bisschen an der Medikamentierung rum, damit es stabiler wird. Aber zumindest habe ich im Moment keine Angst und freue mich des Lebens. Leider ist unsere wunderbare Hündin am Dienstag letzter Woche gestorben und wir trauern doch sehr um sie. Ihr Tod reisst eine für Nicht-Hundehalter erfahrungsgemäss leider kaum verständliche Riesenlücke in unser Leben.
          Liebe Grüsse, Kai

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      • Hallo Kai,

        auf jeden Fall mit ein bisschen Abstand, das brauche ich auch. Aber in der Tat, es steckt soviel drin, da wird man beim zweiten Lesen noch mehr entdecken.

        Dann ist gesundheitlich bei dir erst mal leichte Entwarnung angesagt, so wie es klingt. Prima, dass du dich deines Lebens freuen kannst und momentan nicht in der Angst steckst.

        Der Tod eines Tieres, das einen jahrelang begleitet hat, kann ich in der Form sicher nicht in der Tiefe nachempfinden, weil ich es nie erlebt hab. Nur vom Zusehen kenne ich es und kann mir vorstellen, dass es sehr traurig ist und Zeit braucht. Und dass zuerst einfach eine große Lücke da ist. Ich wünsch euch Zusammenhalt im Trauern um sie. Sie ist schon mal voraus gegangen… Früher oder später folgen wir alle.

        Liebe Grüße
        Marion

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  8. Schön,daß du wieder zu Hause bist.Dankesehr für dein freundliches Interesse an Einfach(es) Leben.Vielleicht findest du Freude in meinem Garten.Fühle dich herzlich willkommen.Liebe Grüße.Arabella

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  9. Pingback: Sonntagsleserin KW #25/26 – 2014 | buchpost

  10. Da hast du mich mit dem Leben und der Liebe ganz schön eingefangen. Weil sich die Bücher um mich stapeln und ich schon überlege, ob ich auf ein paar Kochtöpfe verzichten könnte, um irgendwo noch Platz für sie zu finden, überfliege ich Literaturbloggs recht großzügig. Nur nicht zu sehr ansprechen lassen, bitte kein Appetit, kein Wasser im Mund zusammenlaufen. Der Verstand ruft nein so laut er kann, manchmal hat er keine Chance.
    Als erstes freut es mich, dass du mich gefunden hast. Dadurch habe ich den blauen Himmel hier entdeckt.
    Du liest also mit Kopf und Körper. Sehrs sympathisch und ich freue mich, dass es dir wieder soweit gut geht, dass du dich in die Welten der Geschichten werfen kannst.
    Alles Gute und danke für den Buchtipp. Ich fürchte, in diesem Fall ist mein Verstand 10 zu 0 besiegt.

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    • Liebe Marga,
      schön, dass Du Dich auf meinen Blog verlaufen hast – und noch schöner, dass Du Dich von meiner Begeisterung für dieses Buch trotz der Bücherstapel hast ein bisschen anpicken lassen. Für ich war es, ich habe es ja schon öfter geschrieben, ein Wunder, ein Geschenk zur richtigen Zeit. Und so war es übrigens auch, als ich gestern Deinen Blog entdeckt habe. Hat mir sehr gefallen, so ganz anders schön. Und um da anzuschließen: I won’t worry my life away – weil es bedeutsam ist.
      Liebe Grüße, Kai

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  11. Lieber Kai,
    Deine Besprechung ist ja ganz furchtbar – ich schaffe es ja kaum, mich Deines Leseappels zu entziehen. Da hilft ja mein bestes Sträuben nicht. Und dann noch so einen Brocken. Und dabei steht das ungelesene Regal voll, erste Bücher liegen schon quer auf der sehr zusammengequetschten Buchreihe. Nein, nein, schreien sie, hier passt kein neues Buch hin, wir stehen schon so dichtgedrängt, haben kaum Luft zum Atmen. Lies uns erst mal, komme wähl eines von uns aus und lies endlich! Du siehst, was Du anrichtest. In Zukunft also bitte nur noch Verisse :-)! —
    Wie schön, dass Du für diese traurige und anstrengende Zeit genau das richtige Buch gefunden hast! Wie schön, wieder von Dir zu lesen! Und gaaaannnnz viel gute Besserung! Damit wir schnell wieder mehr von Dir lesen können – jaja, zur Not auch solche Lesehymnen.
    Viele Grüße, Claudia

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    • Liebe Claudia,
      das mit den Verrissen wird schwierig, denn seit einiger Zeit lese ich Bücher, die ich nicht gut finde einfach nicht mehr zu Ende – und ich bin da recht rigoros, denn irgendwann habe ich beschlossen, meine Zeit nicht mehr mit Büchern zu verbringen, die mir nicht gefallen. Manchmal gebe ich denen dann noch eine Chance und ganz ganz manchmal macht es dann dann doch noch klick.
      So gesehen kann ich keine Verrisse schreiben, denn ich kenne die Bücher ja gar nicht richtig – und davon abgesehen könnten ja genau diese Bücher jemand anderem sehr wohl gefallen und dann möchte ich mir da kein Urteil anmassen.
      Ausnahmen gibt es wenige, das könnten Bücher sein, die mich aus irgend einem Grund masslos geärgert haben oder aber solche, die ich für ‚Volksverblödung‘ halte (und die womöglich besonders gut verkauft werden). So gesehen schreibe ich in der Regel vor allem über das, was mir gefällt oder, wie in diesem Fall (oder z.B. bei Wolfgang Herrndorf) ein persönliches Anliegen sind. Und das Buch ist für mich einfach ein Wunder gewesen, eines, das genau zur rechten Zeit kam.
      Übrigens, das als Trost an Deine anderen Bücher, die da in der Warteschleife sind und quengeln: Die Geschichte für einen Augenblick musste auch einige Wochen auf dem Stapel warten, bis der richtige Zeitpunkt kam. Und der war eben jetzt. Das wird Deinen Wartebüchern auch so gehen – und ich glaube ja, für so ein Buch ist es viiidl besser, genau zur rechten Zeit gelesen zu werden, als einfach als das nächste in der Reihe.
      Deine Guten Wünsche nehme ich sehr gerne an, das Leben ist jetzt ein sehr anderes, aber ich glaube, ich bin auf dem Weg. Und ich bin ja nicht alleine, das ist das immer wieder beglückende an diesem Leben, nämlich meine große Liebe!
      Liebe Grüße, Kai

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      • Lieber Kai,
        der Ruf nach Verrissen war reiner Selbstschutz🙂 – mal davon abgesehen, dass Deine Verrisse bestimmt mit ganz besonders viel Gewinn (nämlich Schmunzeln über Deine treffende Argumentation) zu lesen wären. Ich lese mit ebensolchem Gewinn aber auch Dein Lob und lass mich dann gerne vom lesewunsch infizieren. Und so freue ich mich schon auf Deinen nächsten Beitrag, zeigt der dann ja auch, dass es Dir so einigermaßen gut geht. Und das ist ja das Allerwichtigste!
        Viele Grüße, trotz des tropischen Dauerregens😦, Claudia

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  12. Zuallererst: GUTE BESSERUNG, erhol dich gut, lass es langsam angehen und werde bald wieder gesund.🙂 Darüber hinaus freut es mich natürlich sehr, dass dir das Buch ebenso gut gefallen hat, wie mir. Für mich war es eine ganz besondere Lektüre, vielleicht wirklich ein Wunder (wie Masuko dies so schön formuliert hat).🙂

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    • Liebe Mara,
      ganz lieben Dank für Deine guten Wünsche, die kann ich gut gebrauchen.
      Das Buch kam wundersamer weise auch genau im richtigen, sozusagen existenziellen Augenblick – ich habe das in meiner Antwort an Anna schon geschrieben, und es war ein wirklicher Trost. Es ist wirklich ein sehr besonderes Buch – und am Ende, ja, das Buch ist eine Art Wunder.
      Was ich mich nun die ganze Zeit nun frage ist, ob das Buch, das Ruth Ozeki über den Tod bzw. das Sterben Ihrer Mutter geschrieben hat, nicht mal bald auch auf Deutsch erscheinen könnte. Oder ist es das schon und ich hab es verpasst. Weisst Du da was drüber?
      Liebe Grüße, Kai

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  13. Kai, wie gut, dass Du wieder online im Leben bist. Ich bin so froh und lächle gerade vor mich hin. Einfach schön 😇

    Zu den Worten des Buddha fällt mir folgendes ein:

    DER PREDIGER SALOMO (KOHELET)
    Alles hat seine Zeit
    31Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: 2geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; 3töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; 4weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; 5Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; 6suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; 7zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; 8lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.
    9Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.
    10Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. 11Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. 12Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. 13Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

    Also: tut Euch gütlich im Leben, esst und trinkt und sammelt viele kleine wundersame Momente im Schatzkästchen Eures Herzens.

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    • Liebe Sandra,
      das schönste ist: ich sehe Dich jetzt genau vor mir, wie Du in Dich reinlächelst…
      Die Stelle von Salome kannte ich zwar schon, aber so nochmal zu lesen war sehr schön. Toll, dass Du sie rausgesucht hast. Und auf jeden Fall sind wir immer bemüht, uns am Leben soweit wie möglich gütlich zu tun (ob das mit dem Essen und Trinken immer so klappt und überhaupt soooo wichtig ist, abgesehen von einer bestimmten Marmelade, ist noch nicht sicher). Aber ganz sicher sammeln wir diese kleinen großen Momente. Da sind meine Lebensmenschin und ich schon ganz gut drin.
      Herzallerliebste Grüße vom alten Zirkusgaul

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  14. Das Buch habe ich auf meine Leseliste gesetzt. Mal sehen, was es mit mir macht.
    Ich wünsche Dir alles Gute. Liebe Grüße, mick.

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    • Hallo mickzwo,
      ich hoffe, ach eigentlich bin ich sicher, dass es Dir gefällt. Es ist einfach ein bisschen anders und man könnte sagen, wenn man sich drauf einlässt kann man was für sich draus mitnehmen. Und vermutlich jeder Leser etwas anderes.
      Danke für die Guten Wünsche und schöne Grüße, Kai

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  15. Vielen Dank für die Buchempfehlung und alles Gute!

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  16. Lieber Kai,
    völlig unsortiert drei Dinge:
    1. Ich denke an euch und wünsche dir gute Besserung, Erholung und all das, was du und ihr jetzt so braucht. Auch die Fähigkeit, das Unwichtige sein zu lassen. Gesammelt zu sein. Getröstet zu werden.
    2. Das Buch ist jetzt ganz oben auf der Liste der baldmöglichst zu besorgenden Bücher.
    3. Es freut mich total, von dir zu lesen.
    Herzliche Grüße, Anna

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    • Liebe Anna,
      danke für Deinen lieben Kommentar. Ichhab mich sehr darüber gefreut. Und so unsortiert war es ja auch gar nicht, ganz im Gegenteil. Womit Du ganz besonders recht hast, ist die Sache mit der Fähigkeit, des Unwichtige sein zu lassen. Das muss ich jetzt wohl unbedingt lernen. Ja, gesammelt sei, konzentriert auf das Wichtige. Ich glaube, da bin ich auf dem Weg, das rauszubekommen. Gar nicht so einfach. Und Trost annehmen. Auch nicht so einfach, kommt aber auf die Art von Trost und den Tröster an. Und da habe ich so unglaublich viel Glück mit meinen Menschen – und weiss es sehr sehr zu schätzen.
      Ganz besonders freut mich, dass das Buch oben auf der Liste steht. Es ist ein wirklich sehr besonderes Buch – und komisch, für mich kam es genau im richtigen Moment. Es ist auch ein richtiger Trost geworden – eigentlich ein schönes Wort – und wenn Du es liest wirst Du es bestimmt auch verstehen.
      Liebe Grüsse, Kai

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  17. Schöne Besprechung, danke! Ja, Ozeki hat einen Roman geschrieben, der wie ein kleines Wunder daher kommt und einen vom ersten Moment an gefangen nimmt. Ich mochte die alte Jiko auch ganz besonders.
    Gute Besserung für dich! Und immer schön im JETZT bleiben, Masuko😉

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    • danke, freut mich, dass Du vorbei geschaut hast. Ja, das mt dem im Jetzt bleiben. Ich versuch es schon so lang, manchmal gelingt es , manchmal nicht, oder, wie Jiko sagen würde:
      manchmal gut, manchmal schlecht. dasselbe
      Liebe Grüße, Kai

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  18. Liebe Elke,
    ich bin auch froh, so langsam mich wieder unterdie Lebenden zurückzumelden – diese Sache da mit meinen sauren NIerchen und diese Scheisse auf der Intensiv war einfach die Hölle. Jetzt wollen wir das ganze mal gaaanz langsam anlaufen lassen – sowas will ich so schnell nicht nochmal erleben bzw. ersterben. Aber gaaaanz langsam könntest Du doch auch mal mit diesem schönen Buch anfangen. Ich leih es Dir sehr gerne… und sowieso, wo Du doch schon den Schimmel reitest, also bitte…
    Schön dass es Dich gibt! Und die Komplementärelfe!!! Danke für alles!
    Sagt der alte Kai

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  19. Annelore Dietzel

    Da schließe ich mich an und freue mich sehr. Ganz lieben Gruß von MUDDI-Dietzel

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    • Liebe Annelore,
      vielen Dank, da freu ich mich aber, dass Du Dich auf einen Blog verirrst! Und was glaubst Du wohl, was ich als erstes benutzt habe, als meine Iris mich heute nach Hause geschleppt hat? So was scharfes rotes…
      Liebe Grüße nach Lü vom alten Zirkuspferd

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  20. Das Zirkuspferd ist wieder da und ne ist klar mit einem Buch von 560 Seiten. Das mir, die so große Leseprobleme hat. Aber es ist einfach nur schön, dass Du wieder hier schreibst, lesen kannst und in der Sein-Zeit bist. Schön, dass es Dich und Deine dbH gibt. 😉

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