Neues aus der Matratzengruft | 01

I | nichts besonderes

nun ist das ja nichts besonderes
eine tödliche Krankheit zu haben
letztlich hat sowas jeder der lebt
manche 90 manche 30 Jahre lang

und trotzdem:
da entsteht die Wut und der Zorn
da wo einen die tödliche Krankheit
in zweifacher Ausführung erwischt hat:

DASLEBENDERKREBS

mit 26 habe ich angefangen
doppelt zu lebensterben
das ist eine sehr anstrengende
Tätigkeit

Doppelleben : Doppelsterben

es verdoppelt sich:
die Fähigkeit wahrzunehmen
der daraus resultierende Schmerz
die daraus resultierende Freude

manchmal tut es sehr weh
das ist der Wahrnehmungszwang

jeder begrabene Tag ist
doppeltes Sterben

jeder gelebte Tag
ist doppeltes Leben

diese Ambivalenz ist immer da
auch wenn ich versuche sie auszublenden
um beide Leben in die eine Zeit zu kriegen
das ist schon ein ganz schönes

DURCHEINANDER

 

II | Infusionsschlauch – Freiheit für saure Nierchen

von End zu End sinds sieben Schritte
wenn ich die kleinen nehm
in Metern genau viereinhalb
das ist schon recht bequem

ich gehe hin und gehe her
und denk dabei ich denke
und denke schließlich gar nichts mehr
weil ich mirs Denken schenke

dann – auf der nächsten Siebner-Tour
nehm ich mir freudig dies Geschenk
ich pack es aus ich nehm es auf
und siehe da: ich denk

ich denk zum Beispiel an paar Menschen
auch denk ich Bäume Wiesen Meer
an Ferne Nähe Leben eben
und denk: das lieb ich alles sehr

.

DIESE STILLE HIER

Ja, diese Stille hier. Seit dem 16. Juli habe ich hier nichts mehr geschrieben. Ich habe es nicht mal geschafft, eine kleine Meldung von wegen Blogpause hier hinzuschreiben. Das tut mir leid, und ich verspreche, ich versuche ab jetzt wieder  öfter zu posten. Ist ja nicht so, dass mich die Lust zu bloggen verlassen hätte, ganz im Gegenteil. Und auch an Ideen fehlt es nicht. Woran es fehlt, ist oftmals einfach die Kraft.

Um es zu erklären muss ich wohl heute etwas weiter ausholen und ein bisschen persönlicher werden.

Das heisst, alle, die finden, dass so persönliche Sachen auf einem Blog, der sich eigentlich mit Büchern, Musik und politischem Geschehen beschäftigt, fehl am Platz sind, können jetzt was anderes machen…

Vollstes Verständnis dafür, habe ich mich doch selber ein bisschen schwer damit getan, mich aber jetzt doch dazu entschieden, weil der Blog zu mir gehört, und das, was jetzt kommt eben auch.

 

ALSO, WARUM DIE BLOGPAUSE

Vor ziemlich genau einem Jahr und einem Monat gab es schon einmal so eine lange Pause – aus dem selben Grund, und der hiess damals und heisst heute immer noch akute Niereninsuffienz. Ich will Euch nicht mit Details langweilen, es ist nicht schön, es ist lebensbedrohend. Die wirklich grossartigen Ärzte im Krankenhaus haben damals das befürchtete multiple Versagen meiner geschädigten Organe abwenden können – und das haben sie dieses mal auch wieder geschafft. – Nach zwei Wochen bin ich mit verschiedenen Verhaltensmassregeln, einem neuen, besser auf mich abgestimmten Medikamentenplan und einem nochmaligen Plus an Lebenszeit aber auch dem Wissen, dass ich gar nicht mehr arbeiten kann, mein Problem chronisch und das Leben sehr endlich ist, nach Hause entlassen worden.

 

WIESO STEHT DA EIN GEDICHT ÜBER KREBS AM ANFANG

Krebs, genauer ein Morbus Hodgkin, der festgestellt wurde, als ich 26 war ist der Ausgangspunkt von allem.
Innert 7 Jahren wurde diese Krankheit mit einer heftigen Strahlentherapie, mehreren schweren Chemos und am Ende mittels einer autologen KMT (in meinem Fall einer Stammzellentherapie) erfolgreich behandelt. Seit 1993 bin ich absolut symptomfrei. Angst vor einem Rezidiv habe ich schon lange nicht mehr.

So weit, so gut. Was aber passiert ist, das sind die ‚Nebenwirkungen‘ der ganzen Therapien und damit die fortschreitende Schädigung von Herz, Leber und schliesslich der Nieren. Die Lunge, die, wie leider auch das Herz, im direkten Strahlenbereich lag (man konnte damals noch nicht so dosiert und genau bestrahlen, wie heute üblich), war relativ direkt betroffen, funktioniert aber noch mit gut 60 %, unverändert seit 1987. Damit kann man gut leben, man atmet bloss flacher, als andere.

Die Freude, das Glück
So betrachtet bestimmt dieser Krebs seit 29 Jahren mein Leben. 29 Jahre sind eine lange Zeit und ich hätte nie gedacht, dass ich das alles so lange überlebe. 29 Jahre ist mir das Leben eine grosse Freude und ich bin unendlich dankbar, für jeden Tag, wirklich für jeden, auch den bescheidensten Tag (und davon gibt es einige).
Und ich weiss um mein grosses Glück, dass ich mit meiner Familie, meinen Freunden, meinen Ärzten und vor allem mit meiner wunderbaren Frau, meine Tochter, meinem kleinen Enkel habe, ohne die ich längst nicht mehr hier wäre.

Der Kampf, die Ambivalenz
29 Jahre ist es aber auch jeden Tag ein Kampf, mal mehr, mal weniger hart, in den letzten Jahren eher mehr. Das ist die Ambivalenz meines Lebens, die ich in diesem Gedicht ‚nichts besonderes‚ thematisieren wollte.   Weil ich meine, so kann ich es besser und wahrhaftiger beschreiben, als z.B. in diesem holperigen Text hier.

Das Misstrauen und die Liebe zur literarischen (Auto-)Biographie
Ich misstraue diesen direkten Sätzen, die ich da hinschreibe, sobald es um mich selber geht fast immer, warum weiss ich nicht so genau.
Meine Vermutung ist aber, dass es sich dabei so verhält, wie mit aller Prosa: ich liebe Geschichten und lese sie gerne, allein wenn es um biographisches geht misstraue ich der Prosa immer, egal von welchem Autor, erst recht also von mir selber.
Dabei ist es ist nicht so, dass ich biographische Prosa nicht gerne läse, ganz im Gegenteil, ich liebe gute (Auto-)Biographien. Man muss eben nur wissen:  die wahrhaftige Wahrheit über ein Leben erfährt man da nicht, man erfährt die Geschichte, so wie sie der Autor gesehen hat oder gerne gesehen hätte – und das ist völlig ok.

Da kommt die Abschweifung ins Spiel, endlich
Denn: Viele Sätze erlauben viele Abschweifungen, erlauben Variationen und erlauben vor allem, Lücken in der Erinnerung so zu füllen,wie man es gerne gehabt hätte. Ich vermute, deshalb auch meine Liebe zur Abschweifung…

Das Wahrhaftige im Gedicht
Im Gedicht dagegen meine ich, dass durch das Komprimierte, dadurch, dass manches nicht explizit gesagt, sondern vielleicht zwischen de Zeilen zu lesen ist, durch das Suchen und Finden des genau richtigen Wortes mehr Wahrheit vermittelbar ist, zumindest potenziell. Ichweiss nicht, ob mir das in meinen Gedichten gelingt, aber das ist das Ziel. Und deshalb steht da oben dieses Gedicht. Es ist mir wichtig, es ist der Ausgangspunkt von dem aus bei mir alles passiert – oder eben nicht passiert. Auch hier auf diesem Blog und auch bei allen biographischen Versuchen, die hier noch kommen mögen.

 

WIESO STEHT DA EIN GEDICHT ÜBER SAURE NIERCHEN

Ach,das müsstet Ihr Euch inzwischen denken können. – Das Gedicht ist einfach, man kann es getrost eins zu eins verstehen, aber selbst hier liegt zwischen den Zeilen noch so etwas, wie eine zweite Wahrheit.

Richtig verstanden repräsentiert diese letzten Strophe

ich denk zum Beispiel an paar Menschen
auch denk ich Bäume Wiesen Meer
an Ferne Nähe Leben eben
und denk: das lieb ich alles sehr

meinem Ausgangspunkt, von dem mir das Weitermachen möglich ist.

 

FERTIG SOWEIT

Fertig ist natürlich erst ganz am Ende, so gesehen ist auch dieser Post nur eine Haltestelle von hoffentlich noch vielen. Aber, wie sagt man so schön, die Einschläge kommen näher, die lebenswerte Zeit wird wertvoller und ich mache mir Gedanken darum, ab welchem Stadion des Kampfes die Ambivalenz kippt. Ich weiss genau, was ich nicht will, da wird es höchste Zeit, sich im Klaren zu werden, was ich will, wenn es kippt. Und wie es zu machen ist.

 

DRINGEND NOTWENDIGE ABSCHWEIFUNG | I

Dank an alle, die bis hierher durchgehalten haben! Dies ist nun wohl der persönlichste Post, den ich bisher auf diesem Blog geschrieben habe, und einer der längsten   – und ich weiss nicht, ob ich noch einmal so persönlich werde. Genau so wenig, wie ich weiss, ob ich nochmals so hemmungslos meine eigenen Gedichte hier hinschreibe. Heute musste das alles sein.

Für mich,  denn ich hatte das Gefühl, einen Ausgangspunkt finden zu müssen, von dem aus ich hier weiter mein Unwesen treiben kann. Ich meine, ich habe ihn gefunden.

Für meine wenigen, aber deshalb umso wertvolleren, treuen Leserinnen und Leser, denen ich meinte, eine Erklärung schuldig zu sein.

 

Porträt Heinrich Heine in der Matratzengruft 1851 von Charles Geyre (1806-1874)

Porträt Heinrich Heine in der Matratzengruft 1851
von Charles Geyre (1806-1874)

DRINGEND NOTWENDIGE ABSCHWEIFUNG | II

In Anlehnung an meinen Lieblingsdichter, den Harry oder Heinrich Heine, habe ich das Ding hier ein wenig anmassend ‚Neues aus der Matratzengruft‚ genannt.

Für mich lag das nahe, denn tatsächlich ist das Bett (oder das Sofa) derzeit mein Hauptaufenthaltsort. Ich soll mich und mein Herz dauernd schonen und erholen. Na gut. Zugegeben, oft geht es gar nicht anders, meine Kräfte sind sehr begrenzt. Aber ich bin ganz sicher, dass ich mit der Zeit meinen Radius wieder etwas ausweiten kann.

Wie auch immer, weit werde ich wohl nicht mehr kommen. Im Garten wackele ich schon manchmal rum, in den Wald hinterm Haus mal wieder ein paar Schritte zu gehen ist ein Ziel. – So gesehen bin ich froh, in meinem Leben doch 55 Jahre lang eine Menge erlebt zu haben, das mir als Material dient für den Rest.

 

DRINGEND NOTWENDIGE ABSCHWEIFUNG | III

Jutta Reichelt hat auf Ihrem Blog Über das Schreiben von Geschichten‚ vor einiger Zeit einen Post veröffentlicht, der den scheinbar einfachen Satz Meine Geschichte(n) schreibe ich selbst zum Titel hat. Ich habe viel über diesen einfachen Satz nachgedacht und ihn mir auf meine Weise zu eigen gemacht. Liebe Jutta, ich hoffe, Du bist mir deswegen nicht böse, ich jedenfalls traue mich auch deshalb, hier noch ein letztes eigenes Gedicht hinzusetzen (ich habe es  bereits klammheimlich vor ca. Jahren schon einmal in die Wochengedichte-Rubrik eingeschmuggelt, und es ist für mich gültiger, denn je. Es hat keinen Titel und es geht so

all das Leben
aufgestapelt bis zum Hals
wer soll das ordnen
noch verstehn

all die Erinnrungen
in Kopf und Herz und Bauch
vor denen du wohl nie mehr
flüchten kannst

und all die Träume
über jeden Horizont
die du nicht mehr
lassen willst

 

 

27 Antworten zu “Neues aus der Matratzengruft | 01

  1. Pingback: (4) Meine Geschichte schreibe ich selbst | Über das Schreiben von Geschichten

  2. Lieber Kai,

    deine Neuigkeiten aus der Matratzengruft habe ich heute erst gelesen. Dein Post hat mich sehr bewegt. Ich wünsche dir (und, wenn ich so selbstsüchtig sein darf, uns, deinen Leserinnen und Lesern) noch viele Haltestellen, reichlich lohnenswerten Saft aus der Zitrone und die Klarheit, diese Klarheit, wenn es kippt. Deine Gedichte haben mich schwer beeindruckt in ihrer Authentizität und Kraft. Tatsächlich ging es auch mir so, dass ich unter den Gedichten den Autor vermisst habe und weiter unten zu finden hoffte und dann erst begriff: Du bist es. Nicht nur deine Gedichte haben mich beeindruckt, dein ganzer Post hat es. Authentisch (ungeachtet deiner schönen Ausführung zu autobiographischen Schriften) und also ehrlich, verletzbar und kraftvoll. Mir tut es sehr leid für deinen doppelten Schmerz und ich bewundere dich sehr für deine doppelte Freude.

    Herzlichste Grüße
    Holger

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    • Lieber Holger,
      ich danke Dir sehr für Deine Worte – und freue mich, dass Dir die Gedichte gefallen haben. Der Text war mir ein Bedürfnis, auch wenn ich eine Weile mit mir gerungen habe, ob ich das so hinschreiben kann. Aber es gehört eben alles zusammen, und am Ende meines Postes habe ich ja auch noch auf den Satz und den Post von Jutta Reichelt hingewiesen, der auch seinen Teil zum Ganzen dazugetan hat, dass ich das am Ende so geschrieben habe.

      Inzwischen,um Dir ein kleines Upgrade zu geben, bin ich wieder zu Hause und warte auf den näxten Donnerstag, denn da bekomme ich einen Katheter ins Bauchfell gebastelt, denn ich werde jetzt so schnell wie möglich mit einer sogenannten Bauchfelldialyse beginnen. Dabei wird die Niere entgiftet und gleichzeitig werde ich éntwässert – und das soll dann mein Leben erleictern und lebenswert verlängern. Das Glas ist also halbvoll!

      Ich wollte an dieser Stelle noch gerne sagen, dass ich Deine Albwanderung bzw. Deine Schilderungen davon die ganze Zeit begeistert verfolge. Habe ja mal 20 Jahre in Tübingen gewohnt und da kenn ich die Alb so ein bisschen, nicht so, wie Du, aber manche Verhaltensweisen kann ich mir genau vorstellen, und viele Orte lassen bei mir ein Bild entstehen. Ich habe dazu bisher nicht kommentiert, weil ich oft keine Kraft dazu habe – oder einfach denke, toll, einfach geniessen.

      Liebe Grüsse
      Kai

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      • Lieber Kai,
        ich glaube dir voll und ganz, dass deinem Post ein langes Ringen vorausging. Für dein Update danke ich dir sehr, ich hatte nach meinem Kommentar dann zumindest einen Teil der neuen Entwicklung in deinem jüngeren Artikel gelesen. Ich wünsche dir sehr, dass sich der neue Weg bewährt!
        20 Jahre in Tübingen? Das ist richtig lang! Ich war auch lange dort, sehr lange im eigenen Empfinden, aber dann doch nicht 20 Jahre. Ob es wohl eine zeitliche Überschneidung gab? Übrigens war ich damals von Tübingen aus gar nicht so oft ins Umland vorgestoßen. Es ist wirklich so, dass die Entdecker- und insbesondere die Wanderfreude eine eher jüngere Entwicklung in meinem Leben ist. Daher halte ich es für gut möglich, dass du die Alb sogar sehr viel besser als ich kenne. Dränge dich selbst nicht zum Kommentieren, übrigens auch nicht dazu, Kommentare wie diesen hier zu kommentieren. Wende deine Kraft wirklich für das dir Wichtigste auf – ich glaube, wir alle hier haben vollstes Verständnis, wenn dann eben keine Kraft für einen Kommentar, eine Antwort oder gar noch eine zeitnahe Antwort übrig bleibt.
        Sei herzlich gegrüßt
        Holger

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  3. Pingback: Neues aus der Matratzengruft | 02 | skyaboveoldblueplace

  4. Lieber Kai,
    diese Nachricht von Dir mußte ich erst einmal schweigend „verdauen“.
    Ich finde es sehr tapfer, wie Du Dich und Deine Bedingungen beschreibst. Die Wahrhaftigkeit, die aus Deinen Zeilen spricht, ist bewundernswert!
    Selbstverständlich hoffe und wünsche ich, daß Dir soviel Heilung, Lebensenergie und Linderung, wie nur möglich gewährt sein möge …
    Zum Abschluß schreibe ich Dir mein Lieblingszitat aus LICHTJAHRE (Seite 247) von James Salter auf:
    „Er kam in jenes Alter, stand an der Schwelle, wo die Welt plötzlich schöner wird und sich einem auf besondere Weise offenbart, in jedem Detail, jedem Dach und jeder Mauer, dem leichten Zittern der Blätter vor einem Regenschauer.
    Die Welt öffnete sich, als wollte sie einem, jetzt, da das Leben kürzer wurde, einen langen leidenschaftlichen Blick auf sie gewähren, als sollte einem alles, was bisher verweigert worden war, endlich geschenkt werden.“

    Mit❤ lichen Gedanken und Grüßen
    Ulrike

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    • Liebe Ulrike,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar und dieses wunderbare Zitat von James Salter. Ja, ein bisschen so geht es mir auch so, die Welt ist schön, und zwar vor allem in den kleinen Dingen. Die zu sehen ist ein Privileg, für das ich sehr dankbar bin.
      Liebe Grüsse
      Kai

      P.S.: ein kleines gesundheitliches Update kannst Du übrigens am meines meiner Antwort an Zeilentiger weiter oben sehen.

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  5. Lieber Kai,
    Deine Worte berühren mich sehr und zeigen mir eine ganz andere Seite von Dir, als die, welche ich aus früheren Tagen unserer Zusammenarbeit kenne. Viel hat sich verändert, manche Sachen sind gleich geblieben, Deine treffende Wortwahl zum Beispiel. Weniger Zynismus, mehr Offenheit, das finde ich schön. Oft vermisse ich Dich in unserer Bibliothek, die ohne Dich so ganz anders ist. Der Laden läuft, das ist nicht das Problem, aber Dein „Abdruck“ fehlt manchmal. Wir bleiben in Kontakt. Alles Liebe und viel Kraft.

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  6. Lieber Kai, so ein bewegender Text und so viele berührende Antworten, dass mir kaum noch etwas einfällt, was ich hinzufügen könnte. Wie Du siehst, bist Du nicht allein (aber das bist Du ja ohnehin nicht), weil Du mit Deinen Texten und Gedichten andere berührst. Deshalb wünsche ich mir auch, mehr von Dir zu lesen. Deine Gedichte sind mir sehr zu Herzen gegangen. Ich wünsche Dir viel Kraft und weiterhin so eine große Liebe zum Leben, Peggy

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  7. Lieber Kai,

    ich habe in meiner Familie Ähnliches erlebt und kann es ein wenig nachvollziehen… Ich weiß, es ist nicht einfach, und ich wünsche Dir die Kraft, mit allem gut umzugehen. Lass Dich nicht entmutigen und mach langsam, Stück für Stück.
    Und von diesen Gedichten und den Abschweifungen darf es gerne mehr geben🙂

    Alles Gute und alle Kraft der Welt!

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  8. Lieber Kai, danke für so viel von Dir. Ich wünsche mir, dass Du noch lange mit all Deinen Facetten auf dieser Seite bist. Mehr als wünschen kann ich nicht.

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  9. Lieber Kai,
    „meine Geschichte schreibe ich selbst“: Das bekam für mich nach dem Lesen Deines Beitrags nochmals einen anderen Sinn. Wie Wolfgang Schiffer in seinem Kommentar schreibt: Es spricht auch Kraft aus Deinem Beitrag. Kraft, Mut und der Wille, sich nicht der Krankheit zu ergeben. Du schreibst Deine Geschichte – die Krankheit ist ein Teil davon, leider, aber Du überlässt ihr nicht das Schreiben allein. Ich bewundere und respektiere, wie tapfer Du damit umgehst. Und ich wünsche Dir viel, viel Kraft. Die auch mit den wunderbaren Menschen zusammenhängt, die offenbar um dich sind.
    Dass Du so ausführlich von Deiner Krankengeschichte erzählt hast, dafür bin ich auch dankbar: Natürlich mache ich mir Gedanken über die Menschen, die hinter den Blogs stehen, insbesondere wenn da Übereinstimmungen sind, wenn der Bog einem ans Herz wächst. Und man bekommt eine Ahnung davon, wenn jemand an etwas zu tragen hat. Danke, dass Du das so mitteilst.
    Und ich wünsche mir noch viele Beiträge von Dir – über Literaten, die wir schätzen, aber auch mit eigenen Gedichten, die so wunderbar sind!
    Alles, alles Liebe von Birgit

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  10. Lieber Kai, danke für deine Worte, mit denen du uns eine Ahnung vermittelt hast, wie 26 Jahre „Kampf“ sich anfühlen können.
    Diese verdammte Krankheit ist um mich herum der Grund, der mich die meisten Freunde hat verlieren lassen, den liebsten 1996.
    Gerade heute wurde ich wieder damit konfrontiert. Am Samstag will ich ja mit 15 Frauen Doppelkopf spielen. Heute ruft eine ganz liebe Freundin aus diesem Kreis an und sagt: „Ich kann nicht kommen, ich habe Brustkrebs, ich bin gerade operiert worden. – Da schauerte es mich, denn es ist gerade mal 2 Jahre her, als ich eine Freundin aus eben diesem Grund verloren habe.
    Ich will jetzt nicht schwarz malen, denn du weißt sicher viel besser als jeder andere, wie es um dich steht – ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dir noch viel Zeit zum Genießen des Lebens bleibt – und wenn es auch nur im kleinen Radius ist.
    Ganz liebe Grüße von Clara Christine

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  11. Lieber Kai, es tut mir sehr leid, lesen zu müssen, dass es dir wieder gar nicht gut geht. Ich denk an dich und wünsche dir ganz viel Kraft.

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  12. Maret Robin Grey

    Wow, was für ein beeindruckender Text, ich bin doch nur so plötzlich über den Blog gestolpert. Ich bewundere dich! Wirklich, nach so viel Geschehenem so eine Kraft und Energie in diesen Worten zu finden, ist ein unglaubliches Zeichen von innerer Stärke, wie sie kaum einer besitzt ! Ich wünsche dir alles beste und eine gute Gesundheit von ganzem Herzen🙂

    LG, Maret

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  13. Oh, danke Kai, ich versteh. Alles gar nicht so einfach. Da bin ich auch mal optimistisch, und wünsch Dir alles Gute, Claus

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  14. Die Gedichte sind schon richtig so wie sie sind. Ich wünsche Ihnen alles Gute und noch viele Haltestellen. Schreiben Sie, wann immer Sie die Kraft finden, und gerne auch Persönliches. Es muss nicht immer literarisch anspruchsvoll sein, manchmal ist das Leben gut genug.

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  15. Lieber Kai, ich gratuliere Dir zu der Kraft, die doch auch aus diesem Beitrag spricht – sie möge Dir kraftvoll und noch lange bleiben! Gute Grüße, Wolfgang

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  16. Lieber Kai, was für ein bewegender Text, in allen seinen Bestandteilen! Ich denke, auch deine Gedichte haben hier ihren Platz. 1. Denn es ist dein Blog. 2. Sie geben jedem Leser den Raum, etwas anderes darin zu entdecken und sich berühren zu lassen. Ich hoffe, du teilst sie auch weiterhin!
    Ich wünsche dir, dass es immer weiter aufwärts geht und dass du nicht den Mut verlierst.
    Liebe Grüße, Petra

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  17. Lieber Kai, ich habe das erste Gedicht gelesen und dann das zweite und dann habe ich nach unten gescrollt in der kleinen, aber umso heftigeren Hoffnung, es möge da irgendwo ein Autorenname auftauchen! Aber diese wunderbaren Gedichte sind von dir und das macht mich traurig/zornig/wütend/traurig. Und zugleich berührt mich der Gedanke sehr, dass unser Austausch über das Schreiben, über die Notwendigkeit (und Schwierigkeit) die Geschichten zu erzählen, die darauf warten, von uns erzählt zu werden, dass all das ein klein wenig beigetragen hat zu deinem mutigen Schritt. Und während ich überlege, wie ich jetzt wieder in dem Alltag lande, der sich ja für dich durch diesen Post kein bisschen geändert hat (es ist ja eigentlich (fast) nur mein Wissen über deinen Alltag, das sich geändert hat), sehe ich, dass du auf „meinem“ Blog gerade etwas geschrieben hast – über Nina Jäckle und Ulrike Ulrich (ich könnte mir gut vorstellen, dass du ihren Humor mögen wirst!) und danke dir auch für diesen unerwarteten Austausch! Heute wirst du dir eine herzliche Umarmung als Gruß gefallen lassen müssen! Jutta

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    • Liebe Jutta,
      jetzt also endlich auch hier eine Antwort – und ich fange mal von hinten an und ich kann Dir versichern, die Umarmung lass ich natürlich gerne gefallen.
      Zu den Gedichten kann ich nur sagen, ich bin überrascht und erfreut, dass so viele, genau wie Du, die Dinger offensichtlich gern gelesen haben. Es ist für mich – schon immer – eine wichtige Form, mich auszudrücken. Zugegeben, ich habe vor 25 Jahren auch mal versucht, einige zu publizieren. Einige sollten dann auch in einer Anthologie in einem kleinen Verlag aufgenommen werde – aber bevor das Büchlein gedruckt werden konnte, ging der Verlag in Insolvenz. Naja, da hab ich gedacht, Mist, die Dinger haben schlechtes Karma, und hab es erst mal gelassen, meine Gedichte weiter an Verlage zu schicken. Dann hatte ich zwei Jahre später noch einmal viel geändert und einige neue dazugetan und habe das Ganze grössenwahnsinniger weise an den Rotbuch Verlag geschickt. Da hatte ich dann das Glück, dass tatsächlich eine Lektorin, nämlich Gabriele Dietze, das Manuskript gelesen hat. Immerhin. Und sie schrieb mir dann eine sehr ausführliche Ablehnung, inkliusive der damals sehr zutreffenden Kritik, dass viele Gedichte doch sehr epigonal an Ernst Meisters Lyrik erinnert – und in der Tat, in der Zeit las ich seine Gedichte sehr intensiv. Naja, und dann hat mich irgendwie der Mut verlassen.
      Alles andere weisst Du ja.

      Liebe Grüsse
      Kai

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  18. Ach, lieber Kai, du glaubst nicht, wie leid es mir tut, dass deine ollen Nieren schon wieder so sauer sind! Gleichzeitig gefällt mir sehr, wie du darüber schreibst, von diesem Doppelleben quasi doppelt erzählst. In Prosa zum einen, autobiografisch, natürlich als der, der du heute bist. Ich verstehe deine diesbezüglichen Bedenken, setze mich aber fröhlich darüber hinweg: Historische Wahrheit ist nicht alles, auch subjektive Wahrheit und Selbstvergewisserung beanspruchen Raum. Ja, womöglich steckt in der lyrischen Kurzform, die du als Ausgangspunkt gewählt hast, mehr Wahrhaftigkeits-Potenzial. Deine beiden Gedichte jedenfalls sprechen sehr zu mir, ganz besonders das erste. (Von wegen: „nichts Besonderes“!) Gedichte würde ich von dir künftig gern noch viel mehr lesen. Dass ich ein Fan deiner notwendigen oder auch nur gewollten Abschweifungen bin, weißt du ja ohnehin.😉 Jetzt aber erstmal: Alles Gute für dich und weiterhin viel Kraft! Hoffentlich kannst du du schon ganz bald wieder in den Wald hinter eurem Haus gehen!

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    • Liebe Maren,

      so, wie ich ziemlich lange für diesen Post gebraucht habe, so sehr haben mich die vielen Kommentare, und vor allem die Art, der Kommentare, bewegt und überwältigt. Deshalb habe ich auch eine Zeit gebraucht, bis ich sie jetzt endlich peu à peu beantworten kann.

      Was die ollen Nieren betrifft, ja, die, das Herz und die Leber sind eben wirklich ziemlich oll, also geschädigt. Dafür geht es mir derzeit ganz gut, und vielleicht gibt es sogar noch ein quasi technisches Hilfsmittel, mit dem das gestaute Wasser permanent besser abfliessen kann. Dafür muss man mir aber nen Schlauch in den Bauch basteln, was dann wieder eine andere Art der Einschränkung bedeuten würde… ich bin da grade in intensiven Verhandlungen mit meinem Nephro.

      Andererseits habe ich beschlossen, aus der Zitrone auch noch den letzten Tropfen Saft zu quetschen, sofern ich ihn denn als lebenswert empfinde.

      Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Du eine Gedichte magst, die hier zu veröffentlichen ist für mich immer ein kleiner Angang, weil ich ob der Qualität sehr unsicher bin. Allerdings sind sie für mein Leben sehr wichtig, ich habe ja geschrieben, warum, und ich habe schon vorher immer wiedert das eine oder andere klammheimlich unter die Wochengedichte geschummelt (darunter allerdings auch ein Fisch-Gedicht von eher fraglicher Qualität, das mir aber einfach grossen Spass gemacht hat beim Schreiben). Jedenfalls schien mir das ungefährlich, denn obwohl diese Wochengedichtseite mir sehr wichtig ist, schaut da kaum mal einer drauf, ist also fast anonym.

      Was Du zum autobiographischen schreibst, zur historischen und zur subjektiven Wahrheit schreibst ist ja richtig. Aber die Wahrhaftigkeit ist in meinen Augen doch eher im Gedicht zu finden. Ja, und da für mich überraschend und erfreulich auch andere offensichtlich an den Gedichten Gefallen gefunden haben, werde ich in Zukunft vielleicht wirklich mal wieder mehr davon und dann auch sichtbarer, hier posten.

      Ach ja, und die Abschweifungen, da brauchst Du Dir keine Sorgen machen, die liebe ich einfach und die werde ich auch weiterhin hemmungslos benutzen. Kennst Du von Heinrich von Kleist den Aufsatz „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“. Der ist grandios, sehr lesenswert. Bei mir müsste es wohl heissen „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben“ , genau so funktioniert das.

      Ganz lieben Dank für Deine Guten Wünsche – ich gebe mir alle Mühe, das hinzukriegen – und liebe Grüsse
      Kai

      Gefällt 1 Person

      • Ja, der Kleist-Text ist großartig. Habe ihn gerade nach vielen Jahren mit alter Begeisterung neu gelesen und freue mich schon auf deine nächsten Beiträge lauten bzw. wohl eher sichtbaren Denkens – und auf die nicht nur untergeschummelten Gedichte natürlich. Liebe Grüße!

        Gefällt 2 Personen

  19. Ein guter Artikel, der dir hoffentlich Erleichterung bringt.
    Meine besten Wünsche zu dir.

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