Archiv der Kategorie: Allgemeines

Da bin ich mal wieder No. X

einem kleinen Schatten folgend
in ein großes Sonnenfeld
wenn der Tag dann schließlich aufgeht

erstarre

ich vom Sonnenschock
und der Pracht, die dann erstrahlt

 

Erste notwendige Abschweifung
Dieser kleine, poetisch gemeinte Text fiel mir im Zusammenhang mit dem Gedicht von Amanda Auerbach RIGHTS ein. Das war ein überschriebener Post, der ursprünglich ein Text zu Matthias Zschokkes Lieber Nils (man siehts noch oben am Web Adressfeld) gewesen ist, danach zur EILMELDUNG umgeschrieben wurde und am Ende eben zu Amanda Auerbach wurde.

Schmetterlings- oder Sommerflieder

Zum Gedicht
Ich denke, der Text erschließt sich von selber. Er beschreibt genau die Situation, in der ich wieder einigermaßen bei Bewusstsein zu Hause am Esstisch saß und das ungeheuer vielfältige Grün ‚unseres‘ Waldes, und vor allem die vielen Blüten des Schmetterlingsflieders samt dazugehörigen Schmetterlingswolken, die fröhlich aus dem Flieder aufsteigen, sehen durfte… Ein richtiger Schock zuerst und dann ein Glücksmoment der ganz besonderen Art. Das ist schon alles und war so viel.

Zweite notwendige Abschweifung
Ich möchte diesen kleinen Text zum Anlass nehmen und einfach sagen, Ich bin wieder da! War mal wieder eine Weile weg und versuche jetzt, meine Arbeit am Blog wieder aufzunehmen.
Was nichts mit Literatur, Politik oder Musik im weitesten Sinne zu tun hat, könnte vielleicht mal mein persönliches online-Tagebuch werden.

Dritte notwendige Abschweifung
So, jetzt hab ich mir mal wieder viel zu viel vorgenommen, immer unter dem Vorbehalt, dass meine weitaus bessere Hälfte und ich meinen Gesundheitszustand nicht noch einmal derart abdriften lassen, dass ich für einige Tage ein großes Loch in meinem Gedächtnis habe. Das ist keine schöne Sache.

 

Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen, Kommentare oder gerne auch Anfragen an meine persönliche Email Adresse kai60@me.com

Neues aus der Matratzengruft 07 | Zitate und Notate 03 || Amanda Auerbach – Rights

Überschrieben und veröffentlicht am Samstag, 15.Juli 2017

Amanda Auerbach – RIGHTS

RIGHTS

I do not do well without my chattel.
I do not do well without doing what I will with my chattel.
My chattel my bodies my buildings my land.
Do not touch my outermost layer.
It will bite your fingers.
That’s how it breathes.

Do not touch my chattel.
It is all fleshy.
All of it counts as one body.
It grows within.
No part breaks off.

Do not extract my chattel.
I do not choose for my parts to be seen.
Because I breed.
Because I breed what I claim

I breed what I do not understand.

in: the Paris Revue, Issue 221, Summer 2017

 

Erste notwendige Abschweifung
So, wie in diesem Gedicht der mir bis jetzt völlig unbekannten Autorin Amanda Auerbach, geht es mir seit ich wieder da bin. Ich habe das Gedicht in der neuesten Nummer der Zeitschrift the Paris Review 221, Amanda Auerbach (leider benötigt man einen Benutzer-Account, um das ganze Gedicht zu sehen) entdeckt und es war mir sofort klar, dass es in diesem Moment ganz genau auf mich zutrifft.

Zum besseren Verständnis von CHATTEL, einem Begriff, der sich nicht mit einem Wort übersetzen lässt, hier einige Bedeutungen: Hab und Gut, immaterielles Gut, persönliche Schutzhülle (I do not choose my parts to be seen) und so viel mehr.

Zweite notwendige Abschweifung
Wie Sie und Ihr, meine übrig gebliebenen Leser unschwer erkennen könnt, finden sich unter dem Beitrag die Kommentare zu meiner Eilmeldung von Anno Dunnemals. Das liegt daran, dass dieser Beitrag eine Überschreibung dieses Posts ist und ich die alten Kommentare nicht entfernen wollte.
Nun kann man also Kommentieren und die neuen Kommentare werden ganz oben angezeigt.
Ich würde mich über neue Kommentare sehr freuen!

Puppenkopf | Guten Rutsch

Puppenkopf

auf dem Gerümpelhaufen in der vergitterten
Garage liegt ein kleiner Plastikpuppenkopf
mit schwarzem Haar
gerastert durchs Garagengitter
von der zaghaften Sonne beschienen
angeleuchtet und so
aus all dem Gerümpel herausgehoben

ganz unvermutet strahlt einen das
glänzend schwarze Haar da an
wenn man so um die Ecke kommt
erzählt von Kinderträumen hier
inmitten dies Gerümpels
die lag vielleicht mal unterm Weihnachtsbaum
nicht nur der Kopf natürlich und
ersehnt seit mindestens September
macht einem Kinderkopf ein Strahlen
und wurd auf Jahre dann die treuste Freundin
die Lachen sah und Tränen gut ertrug

die liegt da jetzt inmitten von Gerümpel
die Autos auf dem Parkdeck glotzen blöd
eins davon ist vielleicht der neuste Traum
von diesem Mädchen das den Puppenkopf
nur als Ballast beim Umzug noch empfand
so wie das andere Gerümpel auch

doch irgendwann Kind taucht aus dem
Gerümpel deiner Seele grad dieser Puppenkopf
sehr unvermutet wieder auf
und all die alten Träume
vielleicht wenn du ganz unvermutet
um eine Ecke deines Lebens gehst

das ist es was ich hoffe
für dich und diesen
Puppenkopf

 

Zum Jahresende ein komisches Prosagedicht ohne Punkt und Komma. Ich erinnere mich noch genau an den Anlass. Ich lief über diesen Parkplatz, es war brüllend heiß und ich hatte das Gefühl, die Zeit geht von hinten und von vorne durch mich hindurch. Was ist Gegenwart, was Zukunft? Und was ist mit der Vergangenheit? Und welche Vergangenheit meinen wir? Nehmen wir die mit?

In diesem Sinne wünsche ich euch allen, liebe LeserInnen dieses Blogs, bei denen ich mich ganz herzlich fürs die Treue halten und vor allem für eure Geduld bedanken möchte, einen Guten Rutsch durch die Zeit.Wir sehen uns hoffentlich wieder im Jahre 2016 –  mitsamt eurem persönlichen Puppenkopf…