Archiv der Kategorie: Geistliches

Alle Jahre wieder – Die Ostergeschichte

Ja, tatsächlich, schon wieder Ostern, das Fest der Auferstehung und damit des Ewigen Lebens. Man könnte das  am Ende eine menschliche (oder göttliche)  Anmassung nennen, doch nein, keine Angst, an dieser Stelle soll keine philosophische oder gar moralinsaure Abhandlung eines Ungläubigen kommen.

Gernhardt - Ostergeschichte

Gernhardt – Ostergeschichte

Statt dessen eine kleine Empfehlung, die ich seit dem ersten Erscheinen dieses Büchleins im Haffmanns Verlag 1995 zur Erbauung für Christen und Nichtchristen,  immer wieder gerne weitergebe.

Lest Robert Gernhardt, den tiefgründigen Humoristen, den leichtfüssig schwere Themen anfassenden Lyriker, den Schnuffi-Zeichner, den großartigen Maler und Zeichner, der leider schon 2006 gestorben und bisher nicht wieder auferstanden ist.

Um Ostern herum muss es natürlich die Ostergeschichte sein. Keine Angst, Sie spielt nicht in der Kirche, wohl aber in Rom, in einer Bar. Und es kommt dort zu einer sehr sonderbaren Begegnung…

Um denen, die sie noch nicht kennen, wenigsten einen kleinen inhaltlichen Einblick zu gewähren, hier der Klappentext vom inzwischen verlegenden S.Fischer Verlag:

Kein Zweifel – er war’s. Der ältere Herr, der da am Ostersonntag an der Theke der Eckbar »Segafredo« in Rom einen Prosecco nach dem anderen trank, war der Papst. Und er, der Lokalreporter Peter Maski, hat mit ihm geredet, eine geschlagene Stunde lang, wobei der Papst kein Blatt vor den Mund genommen hat.

Das Büchlein kann man auch vor oder nach Ostern lesen, wie eigentlich alles von Gernhardt.

Ich verzichte hier auf das übliche koloniale ‚Urbi et Orbi‘ und wünsche stattdessen allen meinen lieben Leserinnen und Lesern ein wunderbares, erholsames, aufregendes, eierträchtiges oder eierloses, vor allem aber sonniges Osterwochenende!

 

Conservative Christian…

Ostern ist ja nun lange vorbei, und der neue Papst hat zwei Frauen die Füsse gewaschen. Ein lustiger Aufschrei (dieses Mal ohne Hashtag) im konservativ-katholischen Lager war die Folge. Das Interessante daran ist die Ernsthaftigkeit, mit der hier das ‚Gesetz der Osterliturgie‘ erklärt, verteidigt – aber durchaus auch hinterfragt wird.

Ich fürchte, das sind alles bloß Ablenkungsmanöver, sowohl die Aktion von Herrn Franz, als auch die scheinkritische, scheinwissenschaftliche populärtheologische Diskussion über solche Themen wie die Homo-Ehe .

Was der Herr Franz eigentlich möchte ist am Ende dasselbe, was der Herr Ratzinger wollte: Die Kirche entweltlichen, also in eine spirituelle Richtung lenken, die für mich vollkommen in Ordnung wäre, wenn diese Kirche nicht soviel Macht besässe und offensichtlich auch nicht von ihr lassen möchte. Und die sie nun leider auch einsetzt, um Menschen zu beeinflussen. Ich meine nicht nur das unselige Missionieren andersorientierter Menschen und Völker, ich meine mit beeinflussen dieses ganz konkrete Eingreifen in das Leben der Menschen.

Beispiele: die allbekannten natürlich, also Verhütung, Abtreibung, Pille danach, Rolle der Frau, Zölibat, Haltung zur Homosexualität und zu homosexuellen Menschen, Missbrauch innerhalb der Kirche (das hätte ich direkt hinters Z. schreiben sollen), Machtmissbrauch durch Wahlbeeinflussung etc.

So, das wollte doch noch gesagt werden, vor allem, weil der Franz grade ja ein wenig abgetaucht zu sein scheint, um sich in Demut zu üben, oder, wir wollen es alle hoffen, um bulldozzerartige Aufräumarbeiten im Vatikan zu betreiben.

Dazu passt noch die große Aufregung um die oben erwähnte Homo-Ehe in Frankreich, einem traditionell christlich-katholischen und gleichzeitig der Aufklärung verbundenen Land. Was da so hoch kommt ist auch nicht schön.

Schön dagegen ist dein kleiner YouTube-Fetzen von einem meiner derzeitigen Lieblings-Songwriter Todd Snider – und damit erklärt sich dann endlich der komische Titel des Posts! Todd Snider ist ein richtiger Storyteller, also ein Songwriter, der nicht nur in seinen Liedern, sondern auch drumherum oder als Song-Intro Geschichten erzählt (in Deutschland kann das so glaub ich nur der wunderbar bekloppte Olli Schulz).

Anyway, das Lied, das er in diesem kurzen Video-Schnipsel einleitet heißt ‚Conservative Christian, right-wing Republican, Straight white americans males‘ und interessant im Zusammenhang mit Gay Marriage wird es etwa ab Minute  00:20. Ich finde, kürzer und pointierter kann man das nicht kommentieren.

Ich finde den Song  (hier der komplette Text) ganz wunderbar, insbesondere die lakonische Art, in der er das Ding vorträgt – und das kann man  hier sehen.

So, und nun ist Schluss mit lustig, beim nächsten mal geht es wieder um ernsthaftere Themen.

Hm, ein katholisches  oder Papst-Haiku fällt mir gerade nicht ein, ich glaube, das Thema hab ich mir jetzt erst mal vom Leib und von der Seele geschrieben…

sagt der alte Mal-ohne-Haiku-Kai

Habemus Papam Sammelsurium Widebumm

After a long time of meditation on the infinite wisdom of Kizmet I decided to be back on the track, still alive and kicking…

Oder, um es auf hochdeutsch zu sagen: Shit happens but we don’t care

So, nun  wisst Ihr auch, was wir seit Oktober 2012 gemacht haben und schon geht es wieder um die wirklich wichtigen Sachen: Heute, also quasi gestern, ist Argentinien Papst geworden.

Jawohl!!! Habemus Papam!!!! Und es ist Lionel Messi!!!!! Ich bin froh. Hat der Mann verdient. Hat ja letztens in der Champignons League noch zwei Tore gegen die alten italienischen Päpste geschossen – und nun muss der Berlusconi vielleicht doch noch in den Knast. Der ist eben echt göttlich, der Messi.

Ne, was haben wir mitgefiebert die letzten Tage, meine dbH und ich – ja und diese ganze fantastische Hofberichterstattung war wirklich klasse. Naja, ich hab ehrlich gesagt dat Diana ein bisschen vermisst, also dat Diana hätte ja nun schon unbedingt noch dazugehört.

Egal, die war wohl verhindert – aber habt Ihr auch gesehen, wie gründlich der Hofstaat da alles für die Krönung geplant und vorbereitet hat?

Am schönsten fand ich die Bilder von der Holy Wardrobe, in der, ich vermute mal die Schweizer Garde oder vielleicht der Kamerad Lengerus, prophylatisch für alle möglichen Grössen die weißen Kleidchen und auch noch die zierlichen roten Schühchen vorgehalten haben. – Was soll da noch passieren. Nun geh ich aber wirklich davon aus, dass die Homo-Ehe bald skramental wird. Ich freu mich so.

Bisschen stutzig hat mich bloß dieses rote Ding in der Mitte gemacht, das wird doch wohl nicht – ach doch, jetzt versteh ich, das ist übrig geblieben vom letzten Bewerber. Ja mei, schade, hat mal wieder nicht geklappt.

So, das war es erstmal wieder für heute – vielleicht gibt es ja demnächst wieder ähnliche Vorfälle, die mich quasi an die Tastatur zawingen.

Ich wünsche Euch eine Gute Nacht bzw. einen schönen Tag und insbesondere den besten aller Elfen einen wunderbaren Kurzurlaub in der schönen Stadt, in der der berühmte Uns Uwe kein Ehrensenf oder sowas  werden will. Ach Gott (aus gegebenem Anlass), ja. Ich kann den verstehen. Mit dem Ehrensenf war das ja früher auch alles mal viel besser – aber das wär dann ne andere Baustelle

STOP

Das Haiku fehlt ja noch. Hier kommt es:

schlaflose Nächte
noch ne Menge Leben da
Messi ist Papst

So, nu ist aber gut!

Vergelts‘ Gott
sagt der alte Haiku Kai

und schläft in seinem Hut