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Michael Köhlmeier | Die Methode des Clowns hat verloren oder Deutscher Buchpreis – LLL 2014

Michael Köhlmeier | Zwei Herren am Strand

Michael Köhlmeier | Zwei Herren am Strand

Michael Köhlmeier   |   Zwei Herren am Strand
Roman. München, Hanser Verlag, 2014, 256 S.
ISBN 978-3-446-24603-4, 17,90 €

 

ERSTE notwendige ABSCHWEIFUNG
WAS ???       Jedes Jahr seit 2005 verleiht der Börsenverein des deutschen Buchandels den ‚Deutschen Buchpreis‘. Auf der Homepage dieses Preises heisst es dazu:

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die „Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung“ jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten Roman in deutscher Sprache aus. Ziel des Preises ist es, über Ländergrenzen hinaus Aufmerksamkeit zu schaffen für deutschsprachige Autoren, das Lesen und das Leitmedium Buch.
Quelle: http://www.deutscher-buchpreis.de/de/692946 (am 10.09.2014)

WER ???      Die Mitglieder der Jury 2014 (die Jury-Mitglieder werden jedes Jahr von den Mitgliedern einer „elfköpfigen Akademie Deutscher Buchpreis“ neu bestimmt, die wiederum vom Vorstand des Deutschen Börsenvereins berufen wird. Informationen über die Jury bekommt man  HIER.

WIE ???       Alle deutschsprachigen Verlage dürfen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt maximal zwei Ihrer Neuerscheinungen aus dem aktuellen Programm 2014 bei der Jury einreichen. Die Jury nominierte dann (ich hoffe mal, nach gründlicher Lektüre) im August 20 Autoren für die sogenannte LONGLIST, aus der dann am 10. September von eben dieser Jury  6 Romane  auf die SHORTLIST gewählt wurden. Die Preisverleihungsfeier fand am 6. Oktober während der Auftaktveranstaltung der Buchmesse in Frankfurt statt. Sie begann um 18 Uhr und um Punkt 18.55 Uhr wurde der Preisträger 2014 verkündet und geehrt. Man kann das HIER genau sehen und ich hoffe, die Leute haben sich auch ganz ganz genau an diesen Zeitplan gehalten, wo kämen wir sonst hin?

Gewonnen hat übrigens – ok, die meisten von Euch werden es eh schon wissen – der weithin als Favorit genannte Lutz Seiler mit seinem Hiddensee-Roman Kruso. Ich bin froh darum, denn erstens hat so auch der Suhrkamp-Verlag gewonnen und der kann derzeit wg. streitender  Inhaber und deswegen anfallender Anwaltskosten das Geld aus dem nun noch besseren Verkauf des Buches bestimmt gut gebrauchen  – und zweitens hat so der zweite Favorit, der ebenfalls und bestimmt zurecht hochgelobte Thomas Hettche mit seinem Roman Pfaueninsel nicht gewonnen. Der Roman mag zwar grossartig sein, aber mein Vorurteil gegen ‚Kostümfilme‘ möchte ich doch auch an dieser Stelle ein wenig pflegen…

Ach, wie auch immer man das alles finden und werten mag – es gab in diesem Jahr  eine Menge Diskussionen über den Preis, über die Nominierten auf der Longlist, über die Zusammensetzung der Geschlechter (mehr Männlein als Weiblein), auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Alle, die es interessiert finden am Ende dieses Posts eine kleine, spezielle Spezial-Buchpreis-Legitimations-Diskussions-Linkliste.
ENDE DER ABSCHWEIFUNG

 

ZWEITE, klitzekleine, aber um so  NOTWENDIGEre ABSCHWEIFUNG
WAS HAT DAS ALLES MIT DER BLOGGEREI ZU TUN???       Nun ja, die lieben und verehrten Blogger-Kolleginnen  Claudia vom Grauen Sofa, Mara von Buzzaldrins Bücher und Vera von glasperlenspiel 13  haben anlässlich des diesjährigen Buchpreisausschreibens  eine schöne Aktion namens LongListLesen 2014 ins Leben gerufen, an der ich sehr gerne teilgenommen habe – am liebsten allerdings passiv!
Nun begab es sich aber, dass die liebe Claudia vom Grauen Sofa anfragte, ob ich wohl auch eines oder zwei der Longlistbücher besprechen wollen würde. Hm, also ich habe mich ein wenig geziert ob der Zwanghaftigkeit des Unternehmens (Schreibpflicht führt bei mir zu Schreibblockade, nach dieser Aktion ist es amtlich), aber dann doch zugesagt, denn den Köhlmeier hätte ich sowieso gelesen, mit oder ohne Liste. Und da kann ich ja auch gleich noch ne Besprechung machen, oder? Aber denkste und siehe drei bis vier Zeilen weiter oben… So, jetzt wisst Ihr Bescheid.
ENDE DER ABSCHWEIFUNG

 

DIE BESPRECHUNG
Jetzt liege ich hier also nackt und bäuchlings auf meinem zwei mal zwei Meter grossen Riesenbogen Bogen weissen Papiers und versuche, dabei immer um die eigene Achse drehend, mich spiralförmig auf diese Besprechung zuzuschreiben, quasi einen Brief an mich selbst zu schreiben, in der Hoffnung, meine Mitte zu finden, also das absolute Nichts…. Ach, das der schwarze Hundist so so schwierig! Dauernd bleibt man mit dem Bauch am Papier kleben, alles verkrumpelt, die Tinte verschmiert, bleibt an meinem Bauch haften und ich muss wieder von vorne anfangen.
Wie haben diese zwei Herren das nur gemacht? Aber mal von vorne an:

Marion Davies Beach House

Ms Davies Beach House.     zur Quelle: einfach aufs Bild klicken

Die zwei Herren, der Herr Chaplin und der Herr Churchill, haben sich während einer Party der Schauspielerin und langjährigen Geliebte William Randolph Hearsts‘, Marion Davies, 1927 anlässlich der Einweihung ihres bescheidenen  Santa Monica ‚Beach House‘ (kaum einhundert Zimmer) auf der Flucht vor eben dieser (Party) und noch dazu vor dem schwarzen Hund auf einem für ihrer beider Leben und für dieses Buch hochwichtigen ersten von vielen folgenden Spaziergängen getroffen. (Solche Schachtelsätze kommen von dem latenten Schwindelgefühl, das einen bei dieser ständigen Dreherei befällt!).

Auf diesem ersten gemeinsamen Spaziergang am Strand an der Küste Kaliforniens gingen sie eine Weile schweigend nebeneinander her bis sich folgender Dialog entspinnt:

… Churchill: „Sind Sie krank?“
„Sehe ich so aus?“, fragte Chaplin zurück.
„Ja“
„Wie sehe ich aus?“
„Wie ein Mann, der an Selbstmord denkt“, hatte Churchill geantwortet.
„Das können Sie in der Dunkelheit gar nicht beurteilen.“
„Ist es so?“
Köhlmeier: Zwei Herren am Strand, S. 27

Damit haben die beiden ihr lebenslanges Thema gefunden. Schwere Depression, von beiden in ihren Gesprächen ‚der schwarze Hund‘ genannt, und der daraus resultierende anfallhafte Wunsch, sich selbst zu töten. Weil beide zeitweise unter schwersten Depressionen litten und beide in diesen Phasen dem Selbstmord mal mehr, mal weniger nahe kamen.

Anschliessend übernimmt der in diesem Roman mal auktorial, mal neutral und manchmal sogar personal agierende Erzähler und klärt auf:

Bei anderer Gelegenheit erklärte einer dem anderen, er habe in diesem Augenblick beschlossen, sich nicht vorzustellen. Beide fanden die Aussicht auf eine Beichte im Schatten von Nacht und Anonymität verlockender als eine namentliche Bekanntschaft mit welcher Zelebrität auch immer. Sie gaben zu, vielleicht nicht die Person des anderen erkannt zu haben, sehr wohl aber die Persönlichkeit, und meinten damit deren Drangsal. Chaplin – der ohne Zweifel eine Affinität zu romantischen Archetypen hatte – sagte, es sei ihm ein Schauder über den Rücken gelaufen bei dem Gedanken, einem Doppelgänger zu begegnen, freilich einem, dem er nicht im geringsten ähnlich sah, einem zweiten Ich im fleischlichen Kleid eines anderen, sozusagen. Churchill – auch er war in seinem Herzensgrund geprägt von den verführerischen Überspanntheiten des 19. Jahrhunderts (Bram Stoker, der Autor von Dracula, war immerhin ein Freund seines Vaters gewesen, und über Robert Louis Stevensons Novelle Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde hatte er seine erste Rede gehalten, als Fünfzehnjähriger in der Harrow School als Abschlussarbeit im Englischunterricht) -, Churchill bestätigte, ihm seien ähnliche Gedanken durch den Kopf gegangen, und daß er und Mr. Chaplin erstens äußerlich, zweitens nach ihrer Herkunft und vor allem drittens in ihren politischen Ansichten sich voneinander gar so stark unterschieden, habe das Unheimliche an der Sache nur noch gesteigert, zugleich aber auch ein Gefühl nie gekannter Vertrautheit in ihm aufgerufen.
   „Ist es so?, fragte Churchill wieder.
   „Ja, es ist so“ antwortete Chaplin.
Köhlmeier: Zwei Herren am Strand, S. 27-28

An dieser Stelle nimmt die Geschichte ihren Lauf, oder sagen wir besser, der Erzähler nimmt den Faden wieder auf, den er schon mit den verstörenden ersten drei Abschnitten auf der allerersten Seite dieses Buches quasi in einer Vorblende zu spinnen beginnt:

Am Weihnachtstag 1931, gegen Mittag – so erzählte mir mein Vater –, stand ein Mann auf den Stu­fen zum Eingang des Hauses 119 East 70th Street in Manhattan, New York. Er wollte Mr. Winston Churchill besuchen, der hier vorübergehend bei seiner Cousine weilte.
Der Besucher war nicht angemeldet, das Personal kannte ihn nicht, weder der Butler noch die Krankenschwester, und daß er be­hauptete, Charlie Chaplin zu sein, wies ihn in ihren Augen als einen gefährlichen Irren aus. Sie drohten mit der Polizei, der Butler schließlich sogar mit einer Brown Bess Muskete, die allerdings nicht funktionstüchtig war, sondern für gewöhnlich als eines von zwei Erinnerungsstücken aus dem Unabhängigkeitskrieg über der Garderobe in der Lobby hing. Erst als der Mann, die Hände zu einem Trichter an den Mund gelegt, so laut er konnte – er konnte nicht laut –, durch den Türschlitz, in dem sein Knie klemmte, rief: »Winston, Winston, ich bin es, Charlie. Ich bin da, Winston. Ich bin gekommen!«, und Churchill, dessen Zimmer sich glücklicherweise im Parterre befand, seinerseits, so laut er konnte – auch er konnte in diesen Tagen nicht laut –, zurückrief – »Glad tidings you bring!« –, ließ man ihn ein­ treten.
Churchill saß im Bett. Vor sich hatte er ein Nudelbrett als Schreib­unterlage, mit Hand beschriebene Blätter, Füllhalter und Buntstifte. In einer Ecke standen eine übermannshohe Staffelei und ein Tisch, voll mit Tuben, Pinseln, Flaschen, Töpfen. Neben dem Kopfkissen stapelten sich Bücher. Den Oberkörper hatte er frei, die linke Schulter und die linke Brusthälfte waren bandagiert, Arm und Hals gelb von alten Blutergüssen.

Köhlmeier: Zwei Herren am Strand, S. 11

Wer ist eigentlich der Erzähler? Der Erzähler der Geschichte führt sich selbst als Sohn eines Mannes ein, der in jungen Jahren Chaplin und Churchill begegnete und aus dieser Begegnung den lebenslangen Wunsch mitnahm, entweder Clown oder Staatsmann werden zu wollen. Das klappte zwar nicht (er wurde  Kommunalbeamter), aber immerhin lernte er bei einem Symposium zu Ehren des 100. Geburtstages Churchills im Jahre 1974 in Aachen den Very private Private Secretary to a very prime Prime Minister kennen, nämlich einen Mr. William Knott.  Mit diesem kam er in Kontakt:

Aus dieser Begegnung entstand eine Brieffreundschaft, die es auf zwei bis drei nicht selten an die zehn Seiten umfassende Schreiben pro Woche und Person brachte und zehn Jahre hielt, bis zum Tod von William Knott.
Das Konvolut (über 1000 Seiten) mitsamt einigen fotokopierten Dokumenten habe ich dem Churchill Archives Centre in Cambridge übergeben, wo es von Montag bis Freitag zwischen 9 – 17 Uhr eingesehen werden kann.
Köhlmeier: Zwei Herren am Strand, S. 19

Aus diesem Konvolut also bezieht der Erzähler sein Wissen und daraus wird diese Geschichte (re)konstruiert. Das Churchill Archives Centre in Cambridge gibt es. Als gewissenhafter Bibliothekar habe ich natürlich den Katalog der Sammlung durchsucht. Aber ebenso natürlich findet sich der Name William Knott nirgends – und das erklärt sehr schön, wie Michael Köhlmeier diesen Roman konstruiert hat. Er mischt in diesem Buch historische Fakten, wie die Freundschaft der beiden C’s und deren gemeinsames Leiden, mit Erfundenem. Und er macht das so gut, dass man als Leser in diese scheinbar ganz sachlich aber eben auch überaus packend erzählte Geschichte dieser beiden historischen Figuren und ihrer schwarzen Abgründe immer mehr und immer schneller hineingezogen wird. Dabei erfährt der Leser wie nebenbei eine Menge interessanter Fakten über Leben und Werk der beiden Protagonisten, die überaus spannend zu lesen sind und sich zu einem eigentlich, wenn man die Unterschiedlichkeit der beiden Helden betrachtet, unmöglich erscheinenden Gesamtbild und einfach einer tollen Geschichte zusammenfügen.

STOP!!!
Über den Inhalt des Buches möchte ich an dieser Stelle nichts weiter verraten – in der Hoffnung, mit meinen umchronologischen Anmerkungen und Zitaten Lust aufs Buch gemacht zu haben. Ja, ich wünsche diesem Buch viele Leser, mindestens so viele wie dem Gewinner des Deutschen Buchpreises 2014.

Von der Longlist dieses Preises hat es das Buch nicht einmal auf die Shortlist geschafft (deshalb das ‚verloren‘ im Titel des Posts). Ich habe das nicht verstanden, aber ich glaube, ich verstehe diesen ganzen Preis und den Hype darum sowieso nicht richtig. Was für eine Borniertheit, wenn Leute (die Jury) bestimmen, dass dieses oder jenes Buch der beste deutschsprachige Roman des Jahres ist, aber was schreib ich mich hier wieder in Rage…

ÜBERAUS NOTWENDIGER NACHTRAG
Was ist denn nun diese Methode des Clowns???       Die Methode des Clowns ist die Methode, die Chaplin benutzt, um aus der Depression raus und von den Selbstmordgedanken wegzukommen. Churchill fragt Chaplin im Roman danach – und die Antwort wird uns vom Erzähler so kolportiert:

Chaplin begann mit einer rhetorischen Frage: „Warum ist ein Clown ein Clown? Es ist doch nichts Lustiges an ihm. Der größte Clown ist Buster Keaton. Was ist an Buster Keaton lustig? Was macht ihn zum Clown? Das Wissen, das die Welt meschugge ist? Der Mensch ist klein wie ein Floh. Aber der Geist eines Flohs, das sagt uns der Dichter, ist übernatürlich böse.“
   Und Churchill: „Kein Vorwort, bitte! Die Methode, Charlie! Keine Theorie! Uns interessiert nur die Praxis!“
   „Gut. Die Praxis. Ich schreibe mir einen Brief. Verstehen Sie, Winston? Einen Brief an mich selbst.“
   „Ich verstehe es nicht.“
   „Buster Keaton hat mich auf diese Methode aufmerksam gemacht. Ich soll mir einen großen Bogen Papier besorgen, hat er gesagt. Den soll ich über den Fußboden ausbreiten. Ja?“
   „Ja. Weiter, Charlie, weiter!“
   „Auf diesen Bogen Papier lege ich mich.“
   „Wie?“
   „Bäuchlings.“
   „Bäuchlings, gut. Weiter, weiter!“

   „Gegen den Gedanken, ich könnte verrückt sein, hilft nur, etwas Verrücktes zu tun. Das ist etwas sehr Ernstes, Winston. Das ist die Methode des Clowns. Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der ernster wäre als ein Clown.“
   „Ja, ja, ich verstehe. Das hat man hundertmal gelesen. Weiter!“
   „Ich muss dabei nackt sein. Ich darf nichts mit der Welt zu tun haben. Ich muss allein mit mir sein. Das ist sehr wichtig. Eine Hose bereits ist die Welt, und ein Hemd ist auch die Welt.“

Köhlmeier: Zwei Herren am Strand, S. 59-60

Am Ende schreibt Chaplin also nackt auf dem Bauch liegend und in einer Spirale die von aussen nach innen geht einen Brief an sich selbst, an sein innerstes Inneres. Bis er am Ende beim Nichts ankommt. Da isst die Methode des Clowns.
ENDE DES ÜBERAUS NOTWENDIGEN NACHTRAGS

So, und überhaupt: Schluss jetzt, Lesen ist angesagt! – Und wer noch eine richtig richtige Besprechung dieses Buches lesen möchte, für den kommen nun die Links.

 

NOTWENDIGER NACHTRAG AM TRAG DANACH | Erstens UND der schwarze Hund
Also ERSTENS habe ich nun meine nächtlichen Schreibfehler hoffentlich alle rausradiert – peinlich das, aber ich wollte das Ding heute nacht einfach mal fertig machen und irgendwann hat mein müdes Hirn gesagt: du brauchst einfach nur den ‚publish‘ Button drücken  – und schon war es passiert und ich konnte endlich ins Bett…
DER SCHWARZE HUND, ja, der schwarze Hund. Auf den bin ich in meinem Text nicht wirklich eingegangen – und das ist ein echtes Manko, denn der spielt ja eine Hauptrolle in der Geschichte. So möchte ich hier als Nachtrag zumindest ein paar Gedanken dazu loswerden – und ganz ans Ende dieses Textmonsters für die Interessierten ein paar Schwarze-Hund-Links stellen.
Die Herkunft des Begriffs als Metapher für Depression konnte ich nicht klären, will sagen: ich konnte nicht herausbekommen, wer den Begriff in diesem Zusammenhang zum ersten Mal benutzt hat. Er wird aber wohl seit dem 19. Jahrhundert so verwendet. Ausserdem habe ich irgendwo gelesen (weiss leider nicht mehr wo), die Verwendung dieses Begriffes für Depression wäre möglicherweise deshalb sinnvoll, weil ‚Depression‘ ein negativ besetzter Begriff sei, der Hund an sich aber ein bei den meisten Menschen positiv besetzter. Schwarz muss er dann wohl trotzdem sein, weil die Farbe die Verbindung herstellt zum schwarzen Loch, in das sich an einer Depression erkrankte Menschen oft hinein geraten sehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, soll das Ziel sein, mit dem schwarzen Hund als ständigem (potenziellen) Begleiter weniger angstvoll umgehen zu können. Das klingt mir jedenfalls nicht ganz abwegig.
Mir fiel dann irgendwann noch ein, dass der Herr Faust auf seinem Osterspaziergang ja einem schwarzen Pudel begegnet, der ihn spiralförmig in immer enger werdenden Kreisen umläuft – bis sich am Ende des Pudels Kern als Tod und Teufel persönlich entpuppte. Und mit dem hat der Doktor ja dann einen Pakt geschlossen, der zumindest Vor- und Nachteile brachte. Und der Vorteil war für Faust eben, dass er so dem Tode entgehen konnte. Ok, vielleicht etwas weit hergeholt, aber irgendwie finde ich es auch ganz schlüssig.
Vielleicht wissen ja einige Leser dieses Blogs mehr darüber. Ich würde mich über diesbezügliche Kommentare jedenfalls sehr freuen.
A propos Kommentar: der allererste Kommentar zu diesem Beitrag von unserer lieben Freundin Sandra war es, der mich auf dieses Manko im Text hinwies.  Gleichzeitig hat Sandra noch einen sehr interessanten Link mitgeschickt, den ich jetzt in die zusätzliche Linkliste mit aufnehme.  – Ganz lieben Dank dafür, liebe Sandra – und nun bist schuld, dass das Monster noch monströser geworden ist…

 

DIE LINKS | BESPRECHUNGEN

Kölner Stadt-Anzeiger am 22. August 2014   >>>   http://www.ksta.de/kultur/michael-koehlmeiers–zwei-herren-am-strand–churchill–chaplin-und-der-hund,15189520,28196326.html

Buzzaldrins Bücher (Mara) am 2. September 2014   >>>     http://buzzaldrins.de/2014/09/02/zwei-herren-strand-michael-kohlmeier/

NDR.de am 2. September 2014   >>> >>> http://www.ndr.de/kultur/buch/tipps/Michael-Koehlmeier-Zwei-Herren-am-Strand,zweiherrenamstrand104.html

NZZ am 5. September 2014   >>>   http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/churchill-und-chaplin-als-verbuendete-1.18377789 

FR am 11. September 2014    >>>   http://www.fr-online.de/literatur/michael-koehlmeier–zwei-herren-am-strand–der-ernst-des-clowns,1472266,28382450.html

Wiener Zeitung vom 21. September 2014   >>>   http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/literatur/buecher_aktuell/661546_Koehlmeier-Michael-Zwei-Herren-am-Strand.html

Das Graue Sofa (Claudia) am 15. Oktober 2014   >>>   http://dasgrauesofa.wordpress.com/2014/10/15/lll-2014-michael-kohlmeier-zwei-herren-am-strand/

Maike auf dem schönen Blog Herzpotenzial am 17. Oktober 2014 >>>
http://herzpotenzial.com/michael-koehlmeier-zwei-herren-am-strand/  
Übrigens eine der wenigen (für mich die erste) kritischeren Besprechungen. Gerade deshalb sehr lesenswert.

 

 

DIE LINKS | STREIT ÜBER DEN BUCHPREIS

Dana Buchzik in der Welt vom 19.08.2014   >>>   http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article131350003/Auch-in-der-Literatur-ist-ein-aufschrei-faellig.html

Jan Drees auf Lesen mit Links am 19. August 2014   >>>   http://www.lesenmitlinks.de/aufschreiwelt/

Kommentare zum Post von Jan Dress   >>>   http://www.lesenmitlinks.de/aufschreiwelt/#comments (hier findet man relativ in der Mitte auch einen kleinen satirischen Beitrag meinerseits zu diesem Thema)

Buzzaldrins Bücher am 20. August 2014   >>>   http://buzzaldrins.de/2014/08/20/aufschrei/

 

DIE LINKS | DER SCHWARZE HUND

Über Matthew Johnstones Buch ‚Mein schwarzer Hund – wie ich meine Depression an die Leine legte. (Sandras‘ Link) Quelle: FAZ ONLINE VOM 14.10.2008   >>>  http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/matthew-johnstone-mein-schwarzer-hund-gegen-die-depression-1716252.html

Zu dem Buch von Johnstone gibt es übrigens ein wunderbares Video bei Youtube, das wollte ich nicht vorenthalten:

Über Les Murrays‘ Buch ‚Der schwarze Hund – Denkschrift über die Depression‘. Quelle: Zeit online vom 15.02.2013   >>>   http://www.zeit.de/2013/08/Les-Murray-Der-Schwarze-Hund

Die Verlagsseite dazu   >>>   http://www.rugerup.de/Der+Schwarze+Hund_AID3286.html

und last not least noch einen Wikipedia-Eintrag   >>>   http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Hund 

Bücher und Hunde

Blogstöckchen – was für ein seltsames Wort – sind so eine Art Kettenbriefe, die Menschen auf Ihren Blogs auswerfen mit dem Ziel, dass andere Menschen sie auffangen und reagieren. Genauer gesagt handelt es sich dabei um Fragen, bei den literarischen Blogs in erster Linie natürlich um literarische, die dann die oder der Empfänger beantworten soll – um am Ende den Kettenbrief bzw. das Blogstöckchen möglichst jemand anderem zuzuwerfen.

Kettenbriefe aka Blogstöckchen sind mir extrem suspekt, weshalb ich mich auch bisher nie daran beteiligt habe. Aber nun hat Claudia vom Grauen Sofa vor einiger Zeit ein Stöckchen geworfen, perfider weise gleich an zwei BlogbetreiberInnen, nämlich an Mara von buzzaldrin und an meiner einen. Ich ahnte ob der Fragen auch gleich, wieso, denn wir Beworfenen sind beide bekennende Hunde- und Literaturliebhaber (das klingt ja man doll) – und prompt fühle ich mich angesprochen und falle drauf rein… also versuche ich mich mal am Stöckchenspiel.

Stop, stop, so schnell gehts dann doch nicht los. Was mir nämlich auch immer sehr suspekt war an diesen Blogstöckchen:  dass man sie so schlecht visualisieren kann.

Blogstöckchen mit EngelIch habe deshalb hier und jetzt beschlossen, dass dieser scheinbar so unscheinbare Zauberstab, den unsere kleine Nichte Anna neulichst  aus dem hinterm Haus liegenden Wald mitgebracht hat, und den wir seitdem von unserem Engel beschützen lassen, mein Blogstöckchen ist.

So, jetzt geht es los, und die erste Frage lautete ganz literarisch:

Seit wann und warum Hunde?
Quasi schon seit hunderttausenden von Jahren haben die Familien meiner Eltern Hunde gehabt. Die Antwort auf das Warum scheint mir eher psychologischer Natur zu sein und am Ende kommt dabei just a bunch of clichées heraus, genau wie bei der Beantwortung der elenden Frage, warum keine Katze…

Bera mit Doris und Wolfgang

Hier sieht man zum Beispiel meine Mutter zusammen mit ihrem Bruder und der properen Schäferhündin Bera im Garten des Hauses meiner Oma Berlin in der steglitzer Schütte-Lanz-Strasse. Im Hintergrund sieht man übrigens das Otto-Lilienthal-Denkmal, den Fliegerberg. Ich schrub an anderer Stelle schon einmal darüber.

Und damit ihr seht, wie fit Bera war, zeige ich Euch auch noch das zweite Foto von ihr.

Bera springt

Im Sprung erwischt. Tolles Foto, finde ich. Hat wahrscheinlich der Opa Berlin mit der dann anderen Frau gemacht. Na, war er doch noch zu was nütze, der alte Edmund.

Der Hund war danach erstmal weg,  aber es wurde uns versichert, dass Bera immer wieder kam.

Aber nicht nur die Familie meiner Mutter hatte Hunde, auch die Eltern meines Vaters konnten nicht anders. Und so kam es dann eines

Helmut mit zwei HundenTages zu diesem Bild, auf dem Ihr neben meinem sehr jungen Vater noch die Foxterrier Bingo und seinen Vater Pit sehen könnt. Wer da jetzt welcher ist, kann ich leider nicht sagen, und möglicherweise ist mein Vater hier gar nicht mein Vater, sondern sein Bruder (so ist das, wenn man niemanden mehr fragen kann), aber die Gesamtsicht ist doch einfach bezaubernd, oder?

.

Oma Aachen und BingoUnd damit zwischen den Familien auch alles gerecht aufgeteilt ist, zeige ich Euch hier auch noch ein Bildchen mit Bingo und meiner Oma Aachen. Ich vermute, dass das Bild in Aachen aufgenommen wurde, bin mir aber nicht sicher.

Man beachte jedenfalls diese zierliche Handtasche und passend dazu das Kapott-Hütchen. Ohne das ging die Oma Aachen in meiner Erinnerung nie aus dem Haus.

Wir, also meine Schwester und ich, wollten dann irgendwann auch einen Hund haben und tatsächlich kamen die Eltern von einem geheimnisvollen Holland-Ausflug mit einem klitzekleinen Etwas von einem Rauhaarteckelwelpen um die Ecke.

CupiEr hatte von der niederländischen Züchterin den schönen Namen Cupido bekommen. Wir nannten ihn meist nur Cupi – und Cupi war vom ersten Eintreten an Herrscher im Haus. Außerdem war er ein veritabler Jagdteckel, was für uns ein Problem darstellte, denn es gab bei uns zu Hause keinerlei Jäger. Nun ja, bei diversen Waldspaziergängen hat Cupi uns dann gezeigt, wie das geht. Und manchmal musste man ihn, weil feststeckend, aus irgendeinem Fuchsbau rausziehen, wobei man es dann mit einen extrem verdreckten, glücklichen und aufgeregten, kaum zu bändigenden Hund zu tun hatte. Cupi war  eben ein ganzer Kerl…

Pelleund PollyViel später, unser Vater war lange gestorben und Cupi in die ewigen Jagdgründe eingegangen, haben wir unsere Mutter überredet, sich doch wieder einen Hund anzuschaffen. Nach einigem Zögern hat sie das auch getan – und es musste natürlich wieder ein Rauhaar sein. Dieses mal hieß er Pelle. Und anders als gedacht stellte sich der kleine Pelle dann als Zwergrauhaar heraus. Ein süsser Kerl, leider sehr ängstlich und stets darauf bedacht, ganz in der Nähe seines Frauchens zu sein. Was schnell dazu führte, dass er zum ersten Aachener Hund mit Chauffeuse wurde. Die Chauffeuse war unsere Mutter, die ihm seinen Lieblingsplatz auf der Rückbank des Autos stets frei hielt. Auf diesem Foto übrigens sieht man ihn traut zusammenliegen mit Polly. Und Polly war nun die erste Hündin, die ich gekauft habe. Angeblich, weil unsere Tochter unbedingt einen Hund haben wollte. Was soll ich sagen, ich habe das nicht ungern unterstützt.

PollyDie kleine Polly war aus einem Wurf von 8 oder 10 kleinen Welpen aus dem Hohenlohischen. Vater und Mutter waren Mischlinge, denen man ansah, dass sie einer aparten Mischung aus Bordercollie und Dackel (sic!) entstammten. Das Ergebnis war ein langgestreckter, tiefergelegter, dackelartiger Bordercollie-Mischling mit extrem eigenen Ansichten darüber, wie das Hundeleben zu sein hatte und was ihre Menschen so zu tun hatten.

Polly wurde 14 Jahre und sie wurde mein ganz persönlicher Hund, denn irgendwie waren wir charakterlich anscheinend ähnlich – aber vor allem hat sie mir, nach diversen Chemotherapie und vor allem nach der KMT immer wieder das Laufen beigebracht – mit einer Engelsgeduld, die sie im normalen Pollyleben eher nicht hatte.

Iris und PollyMeine Tochter und meine Hündin waren quasi die mehr oder weniger zweifelhafte ‚Mitgift‘, die ich in meine zweite Ehe mit meiner wunderbaren dbH (deutlich bessere Hälfte) eingebracht habe. Zweifelhaft aus Sicht meiner dbH vor allem die Hündin, denn die best Lebensmenschin von allen  hatte eine veritable Hundephobie. Nun, die Polly, ihr ahnt es schon, war ein wahres Wundertier und hat diese Phobie im Handumdrehen in eine große Liebe verwandelt – und das Herrchen in mir mal wieder sowas von unterstützt.

Polly war ein absoluter Wasserhund. Sie hat immer, IMMER! den Tümpel oder das Wasser- oder Schlammloch gefunden, von dem noch keiner ahnte, dass es das überhaupt gibt. Und hat sich dann mit Wonne hineingestürzt, und zwar in jede Brühe jeglicher Couleur. Meerurlaub war das größte für sie, und ich glaube, man kann das an den Bildern hier unten auch ganz gut erkennen.

Polly schleicht ins Meer

Da schlappt sie ins Wasser und denkt, wir haben es nicht bemerkt.

mm Polly in der Welle

Und wenn man schon mal drin ist, dann kann man ja auch ein bisschen Wellenreiten.

a  Polly, paniert

Eine ordentlich panierter und sehr zufriedene Hündin ist am Ende das Resultat,

H Polly-Ohr

und wenn man dann unter grossem Protest endlich wieder sauber und trocken gerieben worden ist, konnte man auch noch Kunststückchen mit den Schlappohren anstellen. Eine Wundertüte eben.

Leider hat sie dann mit 14 Jahren Leukämie bekommen und darunter eine kurze Zeit lang sehr gelitten – und wir mit ihr. Aber dann ist sie, zu unserem großem Glück im Unglück, in unseren Armen gestorben und wir haben sie im Garten unter ihrem Lieblingslavendel begraben.

typisch IndiIch wollte dann erstmal keinen Hund mehr – aber meine früher so hundephobiebehaftetete dbH hat es nicht lange ohne Hündin ausgehalten und ständig diese Webseiten von Tierheimen und Hunderettungsvereinen besurft.  Nun ja, und eines Tages war sie dann da, die kleine, verschmuste India. Eine kleine Spanierin, damals ca. 6 Jahre alt und der verfressenste kleine Hund, dem ich jemals begegnet bin. Natürlich hat sie meine dbH (und mich auch, ok,ok) ziemlich schnell mit ihrem ganzen Foxterrier(sic!)mischlings-charme um den Finger, ach, was sag ich, um beide Hände gewickelt und sie macht uns dabei nun schon seit fast 8 Jahren große Freude.

India beschnüffelt einen Igel

Sie ist nicht nur sehr verfressen, sondern auch sehr neugierig. Nicht nur Igel finden grosses Interesse, sondern durchaus auch mal ein

Indi riecht da was

Fläschchen Bier oder ein wenig Petersilie. Am liebsten liegt sie sehr bequem

Indi aufm Teppich

auf einem dicken Teppich oder noch weicheren Unterlagen, und das

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Meer mag sie auch, wenn auch aus einer gewissen Distanz. Denn was sie gar nicht mag, ist Wasser von oben, von der Seite oder von unten. Sie ist ein ausgesprochen eigenwilliges Wesen, das die schöne Angewohnheit hat, fast nie zu bellen – tatsächlich hat es 6 Wochen gedauert, bis wir zum ersten mal ihre Stimme gehört haben. Sie verträgt sich mit allen gut, am besten mit den Menschen, von denen sie ein Leckerchen erwarten kann. Hunde müssen schon ein bisschen größer sein, sonst werden sie ignoriert und links liegengelassen. Das gab schon manch lange Hundegesichter bei Begegnungen mit spielwilligen Kolleginnen und Kollegen. Inzwischen ist sie auch schon fast 13 Jahre und wir hoffen, dass sie noch eine ganze Weile bei uns bleibt und das Leben geniesst. Denn das ist sie, eine richtige Genusshündin…

So, möglicherweise hat die eine oder der andere Leser schon bemerkt, dass ich das Blogstöckchen eigentlich bloß aufgehoben habe, um endlich mal was über unsere Hunde zu schreiben. Damit es aber nicht ganz so offensichtlich ist, werde ich die beiden weiteren Fragen auch noch beantworten, wenn auch deutlich kürzer…

Die zweite Frage also lautete

Gibt es Lieblingsbücher? Oder: Wie entscheidet sich, welches Buch du als nächstes liest?
Klar gibt es Lieblingsbücher, aber das sind im Laufe der Jahre so viele geworden, dass sie hier nicht alle erwähnt werden können. Auf die berühmte Insel würde ich aber vielleicht diese hier mitnehmen:

Lawrence Sterne: Tristram Shandy
Samuel Pepys: Die Tagebücher (die Gesamtausgabe, nicht niur die Auszüge)
Fernando Pessoa: Das Buch der Unruhe
Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands
Robert M.Pirsig: Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten
Jack Kerouac: On the road
Max Frisch: Tagebuch 1946-1949
Uwe Johnson: Jahrestage + Ingrid Babendererde
Heinrich Böll: Das Irische Tagebuch

und aus der jüngeren und jüngsten Lesevergangenheit
Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels
Sun-Mi Hwang: Das Huhn, das vom Fliegen träumte
Ruth Klüger: Zerreißproben
Wolfgang Herrndorf:  Arbeit und Struktur
Elisabeth de Waal: Donnerstags bei Kanakis
Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen
Johan Harstad: Buzz Aldrin – wo warst Du in all dem Durcheinander

Es könnten gut und gerne noch 100 Bücher mehr auf der Liste sein, aber so eine Insel ist ja klein.

Den zweiten Teil der Frage kann ich nicht homogen beantworten: ich habe den Eindruck, dass die Bücher, die ich lesen will, das selber entschieden. Will sagen, lese ich ein gutes Buch, bekomme ich fast immer wieder Anregungen für zwei oder drei weitere. Das ist eine Art Perpetuum Mobile, das nicht stoppt. Außerdem lese ich seit einiger Zeit diese wunderbaren Literaturblogs, denen ich schon viele gute Anregungen verdanke. Ich lese Feuilletons (doch doch, liebe Kulturjournalisten, wir lesen Euch ja AUCH noch) – und immer wieder anregend ist es, in den Buchläden meines Vertrauens zu stöbern, also neuerdings bei den Gebrüdern Remmel in Siegburg und schon eine Weile in der Buchhandlung am Markt in Hennef (puh, hab ich die auch noch erwähnt), die neuerdings noch ein zweites, wollenes Standbein hat (und damit eigentlich die ideale Buchhandlung für Claudia vom Grauen Sofa, die ja sowieso an allem Schuld ist).

Na endlich isser fertig, denkt Ihr jetzt? Pustekuchen, es kommt ja noch die letzte Frage:

Der ideale Fernwehort für ein eigenes Ferienhäuschen?

Arnis - SchleiperleDas ist allerdings einfach und schnell zu beantworten – und sicher kann man es schon an manchen der Bilder oben erkennen: Natürlich an der Ostsee Richtung Dänemark. Die Schlei-Gegend wäre auch wunderbar. Oder Arnis, Maasholm, Kappeln, Eckernförde, Laboe, vielleicht. Wasser muss da sein und viel Gegend. Landschaft für die Seele mit ordentlich Wind und Wetter.

Soooo, meine Lieben, Glückwunsch, Ihr habt es tatsächlich bis zum Ende geschafft. Ein Blogstöckchen werde ich jetzt nicht weiterwerfen, Ihr seht ja hier selbst, wozu das führt, aber ich muss zugeben, am Ende hat es doch Spaß gemacht, so eine kleine Abschweifung an die andere zu reihen – ob das jetzt im Blogstöckchensinne war oder nicht sei dahin gestellt.