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Song of the Day – Konstantin Wecker: Ich lebe immer am Strand

Wenn man nicht an den Strand kommt, muss man ihn nach Hause holen. Und natürlich fällt mir dazu sofort das schöne Lied von Konstantin Wecker aus seiner allerselbstverliebtesten Phase ein. Auch einer, der sein Leben bis zum Anschlag lebt.
Und weil manchmal das eigene Leben am Anschlag zu sein scheint und man sich fragt, wie das wohl weitergehen kann,  ist das heute das Lied des Tages und ich möchte es meiner grossen Liebe widmen.

Konstantin Wecker: Ich lebe immer am Strand Polydor 1974

Es ist von der Langspielplatte (doch, so hiess das mal) gleichen Titels, die 1974 bei Polydor erschien. Polydor hiess mal eine Plattenfirma, die gibt es nicht mehr, oder sagen wir, die läuft jetzt unter dem Namen  Polydor/Island als Wurmfortsatz der Universal Music Group, wie ungefähr alles. was nicht unter Sony läuft. Hier hört Ihr es in einer wunderschönen Version aus den 2000er Jahren.

Ich lebe immer am Strand

Ich lebe immer am Strand

Ich lebe immer am Strand

Du, ich lebe immer am Strand
unter dem Blütenfall des Meeres.
Du, ich sag ein Lied in den Sand,
ein fast vertraut imaginäres.

Und die Göttinnen Roms steigen herab zu mir,
voll von Welle und Gischt und nur mich im Visier.
Und wo die Campagna noch ein weiches Stück Erde hat,
da besteigen sie mich, und ich habe die ganze Stadt,
das ganze rötliche Rom, in meiner Schenkelgewalt.
Die Wölfin kauert sich an meine Göttergestalt.

Du, ich lebe immer am Strand
unter dem Blütenfall des Meeres.
Du, ich sag ein Lied in den Sand,
ein fast vertraut imaginäres.

Und die Dirnen der Stadt betten mich abends ein.
Ihre herrlichen Körper brechen auf mich herein.
Und aus den Ruinen strömen die Diebe zum Meer.
Aufruhr flammt auf, sie entbinden ein Aufwieglerheer.
Das ganze rötliche Rom halten die Diebe besetzt.
Die Wölfin schaudert sich und weitet die Augen entsetzt.

Du, ich lebe immer am Strand
unter dem Blütenfall des Meeres.
Du, ich sag ein Lied in den Sand,
ein fast vertraut imaginäres.

Meine schweigsame Hand wühlt sich zum Meer wie ein Tier.
Salz prasselt herab, und ich bin betört von mir.
Und tief aus dem Wasser steigen Galeeren empor,
Päpste am Kiel, um die Masten ein Trauerflor.
Das ganze südliche Meer breitet sich aus in der Stadt.
Die Wölfin heult und sinniert, was sie wohl falsch gemacht hat.

Du, ich lebe immer am Strand
unter dem Blütenfall des Meeres.
Du, ich sag ein Lied in den Sand,
ein fast vertraut imaginäres.

Studiofassung 1974: CD Das pralle Leben (1997), CD Meisterstücke (2001)

Es fehlt uns hier natürlich ein bisschen der Blütenfall des Meeres, aber nicht an Vorstellungskraft. Also weder Mensch noch Hund:

Bella am Strand

Bella am Strand